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Donnerstag, 7. August 2025
200 Jahre Bolivien Teil 01
200 Jahre Bolivien – Ein Jubiläumsbericht in zwei Teilen. Zwischen festlichem Stolz und tragischen Momenten: Impressionen zum Bicentenario in San Antonio de Esmoruco
Das Bürgermeisteramt ist schön geschmückt.
Einleitung
Am 6. August 2025 jährte sich die Unabhängigkeit Boliviens zum 200. Mal – ein Ereignis von enormer historischer Bedeutung, das in allen Winkeln des Landes unter dem Motto „Bicentenario“ mit grosser Leidenschaft gefeiert wurde. Vor genau zwei Jahrhunderten gelang es dem südamerikanischen Land, sich von der spanischen Kolonialherrschaft zu befreien und einen eigenen, unverwechselbaren Weg in die Zukunft einzuschlagen. Inmitten der bunten Festlichkeiten, die Tradition, Gemeinschaft und Nationalstolz vereinen, ereignete sich jedoch auch ein Vorfall, der die Schattenseiten menschlichen Leichtsinns offenbart.
Beim Einzug am Morgen in die Stadt
Auch ein BÄR auf dem Motorrad gesellte sich dazu.
Teil I: Die Feierlichkeiten zum Bicentenario
Historischer Rückblick
Vor 200 Jahren begann für Bolivien ein neues Kapitel: Mit dem Ende der spanischen Herrschaft konnten sich die Menschen erstmals frei entfalten und ihren Staat nach eigenen Vorstellungen gestalten. Die Feierlichkeiten zum Bicentenario spiegeln die Wertschätzung für diesen langen Weg wider.
Die Bedeutung des Jubiläums
Für Bolivianer*innen ist das Bicentenario weit mehr als ein gewöhnlicher Feiertag. Es ist Ausdruck von Identität, Stolz und Hoffnung. In allen Städten und Dörfern fanden sich Menschen zusammen, um die Errungenschaften ihrer Nation zu würdigen – sei es mit Paraden, traditionellen Tänzen, Musik oder kulinarischen Spezialitäten. Besonders in den ländlichen Regionen, die oft noch stärker an alte Riten gebunden sind, wurde das Jubiläum zu einem emotionalen Fest der Gemeinschaft.
San Antonio de Esmoruco im Ausnahmezustand
Im kleinen, abgelegenen Ort San Antonio de Esmoruco im Süden des Landes pulsierten die Feierlichkeiten bereits in den frühen Morgenstunden. Viele Besucher*innen reisten mit Überlandbussen an – trotz fragwürdiger Verkehrssicherheit, wie sich noch zeigen sollte. Die Atmosphäre war geprägt von Vorfreude, Zusammenhalt und einer gewissen Abgeklärtheit gegenüber den Widrigkeiten des Alltags.
Tradition und Brauchtum
Eine der auffälligsten Traditionen zu Ehren des neuen Tages ist das morgendliche Zünden von Dynamitstangen. Dieses Ritual, tief in der Geschichte des Andenraums verwurzelt, hat seinen Ursprung vermutlich in der Zeit des Silberbergbaus, als solche Knalle nicht nur zum Abbau, sondern auch zum Feiern und Vertreiben böser Geister dienten. In San Antonio de Esmoruco gehört dieses Spektakel nach wie vor zum festen Bestandteil jedes Festtages.
Die donnernden Explosionen hallen durch die schmalen Strassen, wecken die ganze Bevölkerung und setzen ein unmissverständliches Zeichen: Heute wird gefeiert, heute werden Sorgen und Alltagsprobleme für einen Moment in den Hintergrund gedrängt. Wer das Ritual noch nie miterlebt hat, staunt über die Energie, die sich in diesen alten Sitten manifestiert.
Die Anreise der Gäste – Herausforderungen und Erleichterung
Trotz der abgeschiedenen Lage zieht das Bicentenario auch zahlreiche Besucher*innen aus anderen Landesteilen an. So füllten sich die Busse – selbst jene, denen offenbar einige Radmuttern fehlten – bis auf den letzten Platz. Nicht selten überlässt man sich dem Schicksal und hofft, dass die Räder bis zum Ziel halten. In diesem Jahr kam glücklicherweise niemand zu Schaden. Doch die Sorge bleibt bestehen, dass die Rückfahrt für manche Gäste zum Wagnis wird. ENDE TEIL 01
[Bicentenario“ ist "Zweihundertjahrfeier"]
P. Claus Braun
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Standort: La Paz Bolivien
San Antonio de Esmoruco, Bolivien
Mittwoch, 30. April 2025
Gottesdienst in einer Andengemeinde
In den abgelegenen Höhen der Anden spielt der Gottesdienst eine zentrale Rolle im Leben der Gemeinschaft. Es ist nicht nur ein religiöser Akt, sondern ein lebendiger Ausdruck von Tradition, Glauben und Zusammenhalt. Schon früh am Morgen versammeln sich die Gemeindemitglieder, um die Kirche für die Feierlichkeiten vorzubereiten. Diese Momente des gemeinsamen Engagements sind ein Spiegelbild des starken Gemeinschaftssinns, der diese Dörfer prägt.
Die Vorbereitung des Gotteshauses
Die Vorbereitungen für den Gottesdienst beginnen oft Tage im Voraus. Die Hauptverantwortung liegt bei den Gemeindemitgliedern, welche zusammen mit dem Priester die Messintentionen aufnehmen. Jede Familie oder Einzelperson bringt ihre Anliegen und Bitten vor, die während des Gottesdienstes vorgetragen werden. Diese Praxis, die tief in der katholischen Tradition verwurzelt ist, gibt dem Gottesdienst eine besonders persönliche und gemeinschaftliche Note.
Der Hauptaltar ist das Herzstück der Kirche und wird mit größter Sorgfalt geschmückt. Blumen, die in den umliegenden Bergen gepflückt wurden, symbolisieren die Schönheit und Fruchtbarkeit der Natur, während Kerzen und bunte Stoffe die spirituelle Verbindung zwischen Himmel und Erde darstellen. Die Dekoration des Altars ist nicht nur eine ästhetische Aufgabe, sondern auch ein Akt des Glaubens und der Hingabe.
Katechese ohne Altersgrenze
In der Andengemeinde gibt es keine Altersgrenze für die Katechese. Sie ist ein integraler Bestandteil des täglichen Lebens und wird von Jung und Alt gleichermaßen geschätzt. Don Genaro, ein bewundernswerter Mann im Alter von 90 Jahren, ist ein lebendiges Beispiel dafür. Trotz seines hohen Alters hält er weiterhin Andachten und predigt mit einer Energie und Leidenschaft, die jüngere Generationen inspiriert. Seine Weisheit und Lebenserfahrung verleihen seinen Worten eine besondere Tiefe und Authentizität, die alle Anwesenden berührt.
Kinder sitzen während der Katechese aufmerksam auf den Holzbänken oder manchmal einfach auf dem Kirchenboden, während ältere Mitglieder der Gemeinde in stiller Ehrfurcht lauschen. Es ist ein Moment, in dem Generationen miteinander verbunden sind, während die Werte und die Glaubensgrundsätze weitergegeben werden.
Der Gottesdienst
Wenn die Glocken läuten, erfüllt ein Gefühl der Erwartung und Freude die Luft. Die Gemeinde strömt in die Kirche, ihre Gesichter leuchten in der Morgensonne. Die Zeremonie beginnt mit traditionellen Gesängen, begleitet von einheimischen Instrumenten wie der Quena (einer Art Flöte) und der Charango (einer kleinen Gitarre). Diese musikalischen Elemente verleihen dem Gottesdienst eine einzigartige kulturelle Note und erinnern an die tief verwurzelte Verbindung zwischen dem christlichen Glauben und den indigenen Traditionen.
Der Priester, oft ebenfalls ein angesehener älterer Mann, leitet die Messe mit einer Würde und Wärme, die alle Anwesenden erfasst. Don Genaro, wenn er nicht selbst die Messe hält, hat immer einen Platz in der ersten Reihe, wo er seinen Segen spendet und die Gemeinde mit seinen stillen Gebeten unterstützt.
Die Bedeutung des Gottesdienstes
Für die Menschen in der Andengemeinde ist der Gottesdienst weit mehr als eine religiöse Pflicht. Er ist ein Moment des Zusammenkommens, ein Raum für Reflexion und ein Anlass, Dankbarkeit auszudrücken. Besonders in den Herausforderungen des Lebens in den Bergen – vom harten Klima bis zur Abgeschiedenheit – bietet der Gottesdienst Trost und Hoffnung.
Nach der Messe versammelt sich die Gemeinde oft draußen vor der Kirche, um Neuigkeiten auszutauschen, gemeinsam zu essen oder einfach die Gemeinschaft zu genießen. Diese Momente des sozialen Austauschs sind ebenso wichtig wie die spirituellen Elemente und stärken die Bindungen zwischen den Gemeindemitgliedern.
Ein lebendiges Erbe
Der Gottesdienst in einer Andengemeinde ist ein lebendiges Erbe, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Es ist eine Feier des Lebens, des Glaubens und der Gemeinschaft, die in ihrer Einfachheit und Tiefe beeindruckt. Don Genaro und seine unermüdliche Hingabe sind ein leuchtendes Beispiel dafür, wie der Glaube Menschen auch in hohem Alter stärken und inspirieren kann.
So wird die Kirche nicht nur zu einem Ort des Gebets, sondern auch zu einem Zentrum des Lebens, einer Quelle der Inspiration und einem Anker in der oft schwierigen Realität der Berge. Die Andengemeinden zeigen, wie Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können, um eine lebendige und bedeutungsvolle spirituelle Praxis zu schaffen, die den Alltag bereichert und die Gemeinschaft stärkt.
P. Claus Braun
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Donnerstag, 17. April 2025
FÜR DIE KARWOCHE MUSS ALLES SAUBER SEIN
Vorbereitungen für die Karwoche in San Antonio de Esmoruco, Bolivien
Ein sauberes Umfeld für die österliche Zeit
In San Antonio de Esmoruco, einem malerischen Dorf in Bolivien, beginnen die Vorbereitungen für die Karwoche mit einer großen Reinigungsaktion rund um die Pfarrkirche. Die Gemeindemitglieder haben sich zusammengetan, um Unkraut und Unrat zu beseitigen, damit die Kirche und ihre Umgebung in einem ordentlichen Zustand erstrahlen.
Mit großer Tatkraft und Gemeinschaftssinn machten sich die Einwohner*innen ans Werk. Ausgerüstet mit Hacken, Besen und Schubkarren, wurde der Bereich rund um die Kirche sorgfältig von Unrat befreit. Das Unkraut wurde mit einem Toyota abtransportiert und anschließend verbrannt, um sicherzustellen, dass nichts zurückbleibt, das das feierliche Ambiente stören könnte.
Diese Reinigungsaktion hat nicht nur einen praktischen Nutzen, sondern auch eine symbolische Bedeutung. Sie markiert den Beginn der österlichen Zeit und soll die Gemeinde auf die bevorstehenden Feierlichkeiten einstimmen. Ein sauberes und ordentliches Umfeld trägt dazu bei, die geistige und spirituelle Bedeutung der Karwoche hervorzuheben.
Die Pfarrkirche von San Antonio de Esmoruco ist ein zentraler Ort des Glaubens und der Gemeinschaft. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Dorfbewohner*innen zusammenkommen, um ihre Kirche zu ehren und für die bevorstehenden Feierlichkeiten zu schmücken. Die Aktion zeigt, wie wichtig Zusammenhalt und gemeinschaftliches Engagement sind, um Traditionen zu bewahren und den Glauben zu leben.
Mit der Reinigung der Kirche und ihrer Umgebung ist ein erster Schritt getan, um die österlichen Feiern gebührend zu begehen. Die Gemeinde kann nun mit einem klaren Geist und einem sauberen Herzen in die Karwoche starten, bereit, die wichtigen Ereignisse dieser heiligen Zeit zu würdigen und zu feiern.
P. Claus Braun
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Montag, 14. April 2025
Palmsonntags Fussballturnier in Lagunillas
Das Fussballturnier durfte im Anschluss auch nicht fehlen.
P. Claus Braun
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DER BEGINN DER KARWOCHE
Im Bergdorf Lagunillas haben wir den Palmsonntag gefeiert.
Die Segnung der Palmzweige
Es war ein gut besuchter Gottesdienst
Im Bergdorf Lagunillas haben wir den Palmsonntag gefeiert. Dieser Tag will uns an den Einzug Jesu Christi nach Jerusalem erinnern. Etwa 150 Gläubige versammelten sich.
Nach dem Gottesdienst gabs Mittagessen für alle.
P. Claus Braun
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Lagunillas Bolivien am Palmsonntag
Im Bergdorf Lagunillas haben wir den Palmsonntag gefeiert. Dieser Tag will uns an den Einzug Jesu Christi nach Jerusalem erinnern. Video 01
Palmsonntag Video 02
Palmsonntag Video 03
DER BEGINN DER KARWOCHE
Im Bergdorf Lagunillas haben wir den Palmsonntag gefeiert. Dieser Tag will uns an den Einzug Jesu Christi nach Jerusalem erinnern. Etwa 150 Gläubige versammelten sich.
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Freitag, 11. April 2025
Drei JAHRE UNIVERSITÄTSABLEGER IN ESMORUCO
Vor genau drei Jahren wurde in Esmoruco eine kleine Uni aufgemacht. Das war Grund zum Feiern.
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Dienstag, 8. April 2025
DIE REGENZEIT

Verspätet, doch recht intensiv suchte uns der Regen heim. Die Wege waren wieder unbefahrbar geworden und der Bus konnte einige Male Esmoruco nicht anfahren.
Im Tropengebiet von Bolivien wurde der Notstand ausgerufen. Ganze Dörfer stehen unter Wasser, und 500.000 Rinder drohen im Wasser zu verenden. In einigen Stadtteilen von La Paz sind ganze Straßenzüge eingebrochen und brachten Häuser zum Einsturz. Im TV sah ich, wie die Bewohner im Regen mit Matratzen, Schränken und Flachbildschirmen aus den einstürzenden Häusern kamen.
P. Claus Braun
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Montag, 16. Dezember 2024
Gottesdienst in einer Hochlandhütte

Am Wochenende war ich zu einem Adventsgottesdienst in einem Andengehöft. Rings um uns herum waren Äcker angelegt. Ziegen spielten und kämpften auch miteinander. Die Frauen waren wie zumeist vor großen Töpfen in Stellung gegangen, denn beim Außendienst fehlt es nie an einem schmackhaften Mittagessen, zu dem bei Godis in den Gehöften alle Gläubigen eingeladen werden.

Am Wochenende war ich zu einem Adventsgottesdienst in einem Andengehöft. Rings um uns herum waren Äcker angelegt. Ziegen spielten und kämpften auch miteinander. Die Frauen waren wie zumeist vor großen Töpfen in Stellung gegangen, denn beim Außendienst fehlt es nie an einem schmackhaften Mittagessen, zu dem bei Godis in den Gehöften alle Gläubigen eingeladen werden.
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