Montag, 4. Juni 2007

Ein halber Meter Eis türmt sich vor dem Jeep auf

Im Hochland auf 4.300 Metern sind wir inmitten des klirrenden Winters. Nachttemperaturen von minus 10 Grad und morgens 0 bis zwei Grad im Schlafzimmer sind die Regel. Trotzdem machte ich mich zum Besuch ins etwa 45 Minuten entfernte Rìo San Pablo auf. Die Fahrt geht mehrmals durch einen Fluss, der natürlich in dieser Zeit völlig vereist ist. Den riesigen Umweg wollte ich nicht nehmen. Es ging recht gut voran. Die ersten Flussüberquerungen stellten überhaupt keine Schwierigkeit dar. Doch dann, etwa auf halber Strecke war der Fluss völlig vereist. Ich wollte es wissen und stieß mit meinem 220-PS-Landcruiser ins Flussbett. Das Eis brach teilweise unter der Last des Jeeps auf. Doch dann gab es kein Weiterkommen mehr. Ich machte vorsichtig die Wagentüre auf und wollte mich auf dem Eis vorwagen. Doch es war zu brüchig. Also kurbelte ich das Wagenfenster herunter, um mich von draußen an einem von den Japanern angebrachten Griff in der Innenkabine halten zu können. Dann versuchte ich mit einem riesigen Schritt Tritt auf dem Vorderreifen zu bekommen, um dann vorsichtig das Vierradgetriebe am Rad einlegen zu können. Dazu muss eine Schraube gedreht werden. Sicher nicht ganz so sinnvoll von den Japanern gemacht, denn wer weiß schon, wann er sich festfahren wird. Man müsste das Vierradgetriebe von der Kabine aus zuschalten können. Dann wiederholte ich die Prozedur auf der anderen Seite. Noch bevor ich den Motor aufheulen ließ, schnappte ich noch meine Digitalkamera, um das Bild festzuhalten. Doch leider versagten die Batterien. Es leuchtete nur ein paar Mal ein rotes Licht auf. So ging ich wieder zum Jeep zurück, schaltete den Motor ein und es ging zunächst ein paar Zentimeter zurück, dann wieder ein etwas nach vorne und so weiter. Schließlich hatte ich etwa einen Meter Eis freigefahren und das reichte dem Allrad angetriebenen Japaner, um mit seinen 220 PS den Wagen wieder aus dem vereisten Fluss zu bringen. Wie oft hat mir dieses Vierradgetriebe schon auf meinen Fahrten geholfen. Nun musste ich die ganze Strecke bis zur Hauptstraße zurückfahren und von dort den riesigen Umweg antreten, um ins Dorf zu gelangen. Meine Leute nehmen es mit der Zeit ja nicht so genau, und so warteten noch alle auf ihren Pater.

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