Donnerstag, 27. August 2026

Grüße aus San Antonio de Esmoruco

Ein Morgen im Altiplano

Aus San Antonio de Esmoruco, hoch oben im südlichen Altiplano, sende ich Euch herzliche Grüße.

Die Berge tragen noch ihr weißes Kleid, doch im Dorf selbst liegt heute ein stiller, klarer Morgen. Der Wind streicht über die Dächer aus Lehm und Wellblech, als wolle er die Nacht aus den Gassen fegen.


Im Hauptberuf bin ich der Padre hi

Hier oben ist jeder Tag ein kleines Wunder. Die Sonne steigt langsam über die schneebedeckten Hänge, und mit ihr erwacht das Leben: die Lamas, die sich dicht aneinander drängen, die Schafe, die geduldig auf die ersten Halme warten, und die Menschen, die trotz der Kälte mit einem Lächeln in den Tag gehen.

San Antonio ist ein Ort, der lehrt, was es heißt, mit wenig viel zu schaffen. Ein Ort, der uns daran erinnert, wie wertvoll Gemeinschaft ist – und wie stark ein Gruß sein kann, der über Berge, Täler und Kontinente hinweg getragen wird.

Von hier aus, auf fast 4.000 Metern Höhe, grüße ich Euch alle:
Claus CP4BT

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P. Claus Braun
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Montag, 17. August 2026

Eisige Stille auf 4.000 Metern

Die Pfarrkirche von San Pablo de Lipez
Die Pfarrkirche von San Pablo de Lipez

Der Winter im bolivianischen Hochland

Wenn andernorts der Frühling Einzug hält, hüllt der Winter die südamerikanischen Anden von Juni bis August in eine faszinierende, eisige Stille. Die abgelegene Provinz Sur Lipez verwandelt sich in dieser Zeit in ein karges Meisterwerk aus Frost, Licht und Isolation.

Lamas am Wegesrand
Lamas am Wegesrand

Die Lamas haben es schwer Fressen zu finden.
Die Lamas haben es schwer Fressen zu finden.

Ein Land der extremen Kontraste

Wer die Region auf über 4.000 Metern Höhe besucht, erlebt Naturgewalten in ihrer reinsten Form. Das Leben hier ist geprägt von gewaltigen Temperaturschwankungen und einer landschaftlichen Ästhetik, die ihresgleichen sucht.

Auch der Hirte hat es schwer der Herde zu folgen
Auch der Hirte hat es schwer der Herde zu folgen

Eiskalte Nächte, strahlende Tage: 

Wenn die Sonne hinter den Vulkanen versinkt, fällt das Thermometer rasch auf eisige -15 bis -20 °C. Tagsüber übernimmt die intensiver werdende Andensonne das Regiment und erwärmt die Luft auf angenehme +15 °C.

Schwierige Verkehrswege auf über 4000 Meter
Schwierige Verkehrswege auf über 4000 Meter

Gleißende Eislandschaften: 

Neben gelegentlichem Schneefall überzieht vor allem dicker Reif die flachen Salzseen, spärlichen Gräser und farbenprächtigen Lagunen. Die Geysire und heißen Quellen dampfen majestätisch gegen die frostige Wüstenluft an.

Die Kommunen sind nun nur noch schlecht zu erreichen
Die Kommunen sind nun nur noch schlecht zu erreichen

Leben in absoluter Isolation: 

Landwirtschaft ist im ariden Hochland kaum möglich. Während sich die wenigen Einheimischen im Winter in die geschützten Täler zurückziehen, gehört die unendliche Weite fast ausschließlich der Natur.

Die Lamas grüßen vom Wegesrand
Die Lamas grüßen vom Wegesrand

Überlebenskünstler der Anden

Das Vikunja: Perfekt isoliert

Das feinste Fell der Welt: Die Wolle der Vikunjas gilt als die dichteste aller Säugetiere. Die mikroskopisch feinen Haare schließen winzige Luftpolster ein, die eine unüberwindbare Barriere gegen den Frost bilden.

Schutz vor der Sonne: Das Fell schützt die Tiere nicht nur vor der nächtlichen Kälte, sondern dient tagsüber auch als natürlicher Schild gegen die extrem hohe UV-Strahlung im Hochgebirge.

Der Flamingo: Das Wunder der Gefäßarchitektur

Integetrierte Heizung: Über das sogenannte Gegenstromprinzip kühlt das Blut in den dünnen Beinen nicht ab. Ausfließendes warmes Arterienblut gibt seine Wärme direkt an das zurückfließende kalte Venenblut ab. Ein Einfrieren im Eiswasser wird so verhindert.

Thermoregulation auf einem Bein: Indem Flamingos abwechselnd ein Bein im gefiederten Körper verstecken, halbieren sie den Wärmeverlust über die unbedeckten Extremitäten.

Trotz der Kälte: Selbst in eisbedeckten, hochmineralischen Salzseen finden Anden- und Chile-Flamingos dank ihres spezialisierten Stoffwechsels reichlich Nahrung.

Heizung ist in den Wohnungen ein Fremdwort
Heizung ist in den Wohnungen ein Fremdwort

Der Winter in Sur Lipez zeigt eindrucksvoll, wie stark und zugleich anpassungsfähig das Leben unter den extremsten Bedingungen unseres Planeten sein kann.

„Die Menschen hier begegnen den widrigen Bedingungen mit einer bemerkenswerten Gelassenheit. Man spricht über die Härten, aber Klagen hört man selten – das liegt wohl nicht im Blut der stolzen Inka-Nachfahren.“ 

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P. Claus Braun
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Sonntag, 26. Juli 2026

Patronatsfest San Santiago in Río Mojón Bolivien

Ein Tag voller Glauben, Tradition und Gemeinschaft an der Grenze zu Argentinien

Ein Tag voller Glauben, Tradition und Gemeinschaft an der Grenze zu Argentinien

Das Patronatsfest zu Ehren des Heiligen Santiago (San Santiago / Tata Santiago) ist jedes Jahr einer der absolut wichtigsten Höhepunkte im Leben unserer Region. In diesem Jahr durfte ich dieses besondere Fest in Río Mojón miterleben – meinem kleinen, beschaulichen Grenzort direkt an der Linie zu Argentinien.

Bunte Traditionen und tiefer Glaube Schon früh am Morgen lag eine spürbare Vorfreude in der Luft. Menschen aus der näheren Umgebung sowie Nachbarn von jenseits der Grenze kamen zusammen, um diesen Tag gemeinsam zu begehen.

Bunte Traditionen und tiefer Glaube

Schon früh am Morgen lag eine spürbare Vorfreude in der Luft. Menschen aus der näheren Umgebung sowie Nachbarn von jenseits der Grenze kamen zusammen, um diesen Tag gemeinsam zu begehen.

Messe und Prozession: 

Den Mittelpunkt der Feierlichkeiten bildete der Festgottesdienst. Anschließend zog die traditionelle Prozession mit dem Bildnis von San Santiago durch die Straßen. Dessen Figur wurde mit farbenfrohen Tüchern, Blumen und Musik begleitet.


Kultur und Begegnung:

Die Verbindung von tief verwurzeltem Glauben, traditioneller Musik und lokalen Tänzen verlieh dem Tag seine einmalige Atmosphäre.

Gemeinschaft ohne Grenzen:

An einem Ort wie Río Mojón zeigt sich bei solchen Anlässen immer wieder eindrucksvoll, wie wenig Grenzlinien bedeuten, wenn es um gemeinsame Wurzeln, Nachbarschaft und Kultur geht. Es wurde zusammen gebetet, gelacht, gegessen und gefeiert.


Ein Ort des Zusammenhalts

Für mich persönlich sind diese Tage in den kleinen Gemeinden immer wieder ein eindrückliches Erlebnis. Sie zeigen die tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihren Traditionen und ihren Schutzpatronen.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die mit ihrer Arbeit, ihren Vorbereitungen und ihrer Gastfreundschaft dieses Patronatsfest in Río Mojón zu einem so stimmungsvollen und unvergesslichen Tag gemacht haben!

P. Claus Braun
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