Wie uns ein Sturm, eine wackelige Leiter und ein mutiger Baumeister wieder zu Strom verhalfen.
Manchmal sind es nicht die großen Projekte, die einen Tag prägen, sondern die kleinen, unvorhergesehenen Probleme – und die Menschen, die einem helfen, sie zu lösen. Von genauso einem Tag möchte ich heute erzählen.

Fehlersuche beim Pfarrhaus und an der Kirche. Der Anschluss vom Energieversorger war in Ordnung
Nach dem Sturm: Immer wieder Stromausfall
Seit dem heftigen Sturm vorgestern ist bei uns nichts mehr, wie es sein sollte. Mehrmals fiel der Strom aus – nicht nur in meinem Haus, sondern auch in der Kirche. Mal flackerte das Licht nur kurz, mal blieb es länger dunkel. Für mich war schnell klar: Irgendwo muss sich durch den Wind ein Kabel gelöst haben oder beschädigt worden sein. Doch die entscheidende Frage war: Wo?

Ihr kennt das der Fehler liegt immer an der ungünstigsten
Stelle
Auf Fehlersuche
Zusammen mit einem Dorfbewohner machte ich mich auf die Suche nach der Ursache. Wir begannen dort, wo der Strom ins Haus kommt: bei der Zuleitung von der staatlichen Stromversorgung zum Zähler. Eigentlich gingen wir davon aus, dass hier alles in Ordnung sein dürfte. Doch sicher ist sicher – also überprüften wir die Leitung ganz pragmatisch mit einer einfachen Glühbirne. Sie leuchtete, und damit war dieser Teil der Leitung als Fehlerquelle ausgeschlossen.
Blieb also nur noch eine Möglichkeit: Der Fehler musste weiter oben liegen. Und so ging es danach hoch hinauf – auf den Turm.

Da niemand der neuen Leiter aus Brasilien traute benutzen wir
sie nur als Hilfsfestpunkt
Eine Leiter mit Bauch
Für diesen Einsatz musste unsere neue Leiter herhalten: ein 8 Meter hohes, zusammenklappbares Modell, hergestellt in Brasilien. Auf dem Papier klang das gut. In der Praxis machte sie mir allerdings alles andere als einen stabilen Eindruck. Ausgerechnet genau in der Mitte hatte sie einen deutlichen Bauch – nicht gerade das, was man sich wünscht, wenn man in mehreren Metern Höhe arbeiten will.
Auf Sicherheit wird in diesen Ländern leider nicht besonders geachtet. Normen, Prüfsiegel und Vorschriften, wie wir sie aus Europa kennen, spielen hier im Alltag kaum eine Rolle. Der deutsche TÜV hätte beim Anblick dieser Leiter vermutlich nur den Kopf geschüttelt – und sie bestimmt nicht freigegeben. Doch wir hatten keine andere, und das Problem musste gelöst werden.
Die rettende Idee von Don Santos
Zum Glück hatte unser Baumeister, Don Santos, eine Idee. Statt die ganze Leiter hinaufzuklettern, wollte er aus dem Fenster am Turm steigen. Von dort aus müsse er sich nur mit einem Fuß oben auf der Leiter abstützen – und könne so die defekte Stelle am Kabel erreichen. Eine Lösung, die Mut, Geschick und ein gutes Gleichgewicht erforderte.
Gesagt, getan: Don Santos kletterte hinaus, fand Halt auf der Leiter und machte sich an die Arbeit. Ich gebe zu, dass ich beim Zuschauen den Atem angehalten habe. Doch tatsächlich – er erreichte die Stelle, entdeckte das brüchige Stück Kabel und wechselte es aus.
Dankbar für helfende Hände
Ohne Don Santos wären wir an diesem Tag ziemlich aufgeschmissen gewesen. Solche Momente zeigen mir immer wieder, wie wichtig die Menschen hier vor Ort sind: ihr Erfindungsreichtum, ihre Erfahrung und ihre Bereitschaft, mit anzupacken – auch wenn die Bedingungen alles andere als ideal sind. Ein herzliches Dankeschön an Don Santos und an den Dorfbewohner, der mir bei der Fehlersuche zur Seite stand!
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