Samstag, 6. Dezember 2008

Die Mannheimer Adler zu Besuch im Hochland

Wenn es irgendwie geht, höre ich am Abend die Nachrichten und den Sportreport in der Deutschen Welle. Leider bringen sie keine Ergebnisse meiner Adler, dem Eishockeyteam von Mannheim. Wie durch Zufall drehe ich über die Frequenzen und höre im 20-Meter-Amateurfunkband meinen Freund Leif im QSO mit einer Station. In Windeseile wechsle ich den Dipol und höre Leif schon etwas stärker. Ich rufe ihn an und Leif meldet sich. Man spricht über dieses und jenes. Dann bitte ich Leif, der in Brasilien Internetanschluss hat, mir doch mal die Tabelle der DEL durchzugeben. Etwas QRX meint Leif. Er spricht von 13 und 14 Punkten, aber das macht mir keinen Reim. Schließlich sind das die ausgetragenen Spiele. Dahinter müssen noch Zahlen stehen, lieber Leif. Endlich liest er mir die Tabelle vom 22. Oktober 2008 vor. Krefeld auf Rang eins mit 27 Punkten, Zweiter Iserlohn, Dritter die DEG mit 26 Punkten und Vierter mit 25 Punkten Wolfsburg. Wo bleiben denn meine Adler, denke ich mir? Endlich auf Rang acht mit 23 Punkten höre ich Adler Mannheim. Ich schreibe so gut es geht bei Fading und Prasseln im Äther die Tabelle mit. Das wäre geschafft. Natürlich studiere ich dann die Tabelle in aller Ruhe und sage mir, dass ich in 14 Tagen wohl ein Spiel in der SAP-Arena miterleben werde, wenn alles mit dem Flug klappt.

Im Jahre 1970, der letzten Saison vom damaligen MERC in der Ersten, bevor er für Jahre in die 2. Liga absteigen musste, sah ich mein erstes Spiel gegen Landshut im alten Friedrichspark zusammen mit meinem Großvater. 3 zu 3 hieß es noch nach dem ersten Drittel, aber dann wurde das Ergebnis wie leider so oft zu einer fast zweistelligen Niederlage. Bis 1974 sah ich dann fast alle Heimspiele, oft bei nur etwa 1.000 Zuschauer. Man kannte sich unter den Fans und schon am Laufen erkannte ich die Spieler. In der Abwehr Leute wie Kuehnl und Maier, Duszenko und Steckmaier und im Sturm ein Mann namens Kuhl, der heute die Adler managt. Es hat immer viel Spaß gemacht, obwohl ich mich über Niederlagen ärgerte. Heute ist dies schon anders. Ich nehme Niederlagen gelassen hin und bisher sind es bei meinen vier Besuchen in der SAP Arena auch immer nur Niederlagen gewesen. Auch in meiner Studienzeit ging ich hin und wieder zu Spielen des Freiburger ERC und da besonders gerne, wenn Mannheim kam. Wir waren im damaligen CB eine kleine Gruppe, die zum Eishockey und auch Eislaufen ging. Bis 1984 sah ich dann noch das eine andere Spiel des MERC.

Dann begann die Missionszeit und erst im Jahre 1992 sah ich dann mal wieder im Heimaturlaub ein Spiel. Dann kam die Umstellung auf eine überlange Vorrunde mit damals 44 Spielen und der Einführung der Play-offs. Ich hatte den Eindruck, dass die lange Vorrunde nun zu einer Farce werden würde, da sie lediglich über einen Play-off Platz bestimmte, und interessierte mich so fast kaum noch für die Resultate. Lediglich die Meisterschaften bekam ich mit. Erst im vorletzten Jahr zog es mich mal wieder nach 15 Jahren zu den Adlern, so wie der MERC heute heißt. Das erste Spiel war noch gewöhnungsbedürftig in der riesigen SAP-Arena bei 13.000 Fans und weitaus weniger Stimmung auf den Rängen wie damals und bei zu lauter Musik in der Arena. Dann aber war ich wieder im alten Element und besuchte noch drei weitere Spiele. Dazu ein Spiel der Rhein Neckar Löwen gegen den Ligaprimus THW Kiel. Auch da eine Niederlage in der Arena. Also kann es doch nur besser werden.

Die nächsten Tage zog es mich noch einmal nach San Pablo, Guadalupe, Lípez und Rio San Pablo, wo mein Katechet Ovidio wohnt und sich immer sehr freut, wenn ich komme. Ovidio fand ich im Gebet versunken in der Kapelle. Ein guter Mann, der völlig aus dem Glauben lebt. Seine Frau verstarb vor einigen Jahren, und so betreut er alleine seinen kleinen Sohn. Wir beide verstehen uns gut. Ich treffe mich gerne mit ihm.

Am 29. Oktober schließlich packe ich meine Sachen, denn am nächsten Tag ist die Abfahrt nach La Paz zum Flug nach Frankfurt geplant. Man wusste bei all der unsicheren Lage in Bolivien nicht, ob ich nach La Paz wie geplant fahren könnte. Aber es wurde in den letzten Wochen merklich ruhiger, sodass ich die Fahrt wagen konnte.

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