Mittwoch, 12. Dezember 2012

Wenn der Automechaniker schwarz sieht

Mittlerweile bin ich in La Paz doch ganz schön mit meinen Erledigungen vorangekommen. Normalerweise ist man an einem Vormittag froh, wenigstens eine Sache über die Bühne zu bringen. Am Montag nach meiner Ankunft gab ich gleich meinen 16 Jahre alten Jeep Landcruiser in Reparatur. Da für mein mit Nr. 1 endendes Nummernschild an diesem Wochentag Fahrverbot im erweiterten Zentrum von La Paz galt, war ich auf die Hilfe eines befreundeten Taxifahrers angewiesen, der mir über viele Umwege den Weg zum Mechaniker wies, also vorbei an den Zonen mit Restriktion. Diese Restriktion wurde vor einigen Jahren eingeführt, um den Verkehr etwas zu entlasten. Ich erklärte dem Mechaniker, dass die vier Zahnräder unten, die die Leistung des Motors auf die Kurbelwellen bringen und damit den Jeep voranbringen, sehr stark beschädigt sind. Entsprechende Ersatzteile gab es in meiner Gegend nicht und so konnten wir die Zahnräder nur notdürftig schweißen. "O.K., das mache ich Ihnen, sofern es hier die Ersatzteile gibt", meinte Mechaniker Don Moises. Nach einigen Stunden rief er mich über Handy an - wie gut, dass es diese Einrichtung gibt - und erklärte, dass alle Zahnräder doch in Ordnung und unbeschädigt seien. Ich meinte nur: " Hat der Mechaniker in Uyuni so perfekt geschweißt, dass sie wie neu aussehen? Das kann ich aber nicht glauben, denn auf der Fahrt klapperte die Kurbelwelle ja schon sehr stark." Nach wieder einigen Stunden rief Don Moises nochmals an und entschuldigte sich. Ich habe in der Eile die Ersatzteile nur herausgenommen. Sie waren noch ganz mit Öl verschmiert und schwarz. Jetzt aber nach der Reinigung mit Benzin sehe ich, dass sie schon schwer in Mitleidenschaft gezogen sind. Jetzt war ich doch etwas erleichtert, dass der Mechaniker den Schaden entdeckte. Aber man muss immer hinterher sein und so machte ich mich auf den Weg, um in seine Werkstatt zu kommen. Dom Moises Angestellter zeigte mir gleich die beschädigten Teile und es war eigentlich Glück im Unglück, dass wir den Wagen noch heil nach La Paz bringen konnten. Einige Stunden mehr an Fahrt und die Kurbelräder wären endgültig auseinandergebrochen. Nun, bei einem 16 Jahre alten Jeep fallen eben andauernd Reparaturen an.

Nach der Reparatur will ich den Jeep zum auch hier vorgeschriebenen TÜV bringen, um den Aufkleber für das Jahr 2013 zu bekommen. Die Jahrespauschale für die Autoversicherung ist schon bezahlt, und der entsprechende Aufkleber befindet sich in meinen Unterlagen. 99 Bolivianos oder 11 Euros kostete die Autoversicherung für ein Jahr.

In La Paz ist in diesen vorweihnachtlichen Tagen sehr viel Betrieb. Überall sieht man die vielen bunten Lichterstränge an den Verkaufsläden.

Übrigens: Unsere Adler haben sich nun mit dem vierten Topspieler aus der NHL verstärkt. Nun müsste es aber doch eigentlich mal wieder mit dem Titel klappen. Mit einem Freund aus Käfertal bin ich in stetigem Kontakt über die Entwicklung im dt. Eishockey.

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