Sonntag, 25. August 2013

Es nicht so leicht nach Rio San Pablo zu kommen

Bei diesem Schneefall und vereisten Strassen war es nicht so leicht nach Rio San Pablo zu kommen. Ein Sattelschlepper hatte sich schon am Berg festgefahren. Die Zugmaschine war bei vereister Fahrbahn in der Nacht bergabfahrend wohl beim Bremsen vom Gewicht des Anhängers Richtung Berg gedreht worden. Viele Arbeiter und ein Bagger versuchten den verkeilten Sattelschlepper auseinanderzuziehen. Auch wir hatten Mühe, mit unserem Jeep die Anhöhe hochzukommen. Mein Beifahrer musste mehrere Male aussteigen und einen grösseren Stein unter die Hinterräder legen, da der Wagen seitlich abdriften wollte. Wir haben es aber geschafft und kamen pünktlich zum Sonntagsgottesdienst im Dorf an.

Am Nachmittag die Einsegnung unseres derzeit wohl ältesten Buergers mit 80 Jahren, der schon am Vortag verstorben war. Er war in seiner Hütte aufgebahrt. Ringsherum Bänke und Bretter, auf denen die Angehörigen und Buerger des Dorfes Platz nahmen. Ich begrüsste alle nacheinander und sprach dann über das christliche Leben, das mit unserer Taufe seinen Anfang nahm. Wie Jesus selbst erlebten wir freudige Stunden, aber auch mitunter Leid. Wir gehen durch den Tod wie ER und sind von der christlichen Hoffung erfüllt, dass wir mit IHM in seinem Reich dereinst weiterleben dürfen. In einem Glas reichte man mir Wasser, das ich segnete und dann auf den Sarg sprengte. Wir beteten gemeinsam das Vaterunser und riefen unsere lieben Heiligen und Patrone an. Dann wieder Stille im Raum, bis plötzlich der Schwiegersohn das Wort ergriff. Leider hatte er schon etwas zu tief ins Glas geschaut, aber seine Worte waren noch zu verstehen. Er bedankte sich beim Pater für die Gebete. Er kam dann auf mich zu und umarmte mich. Dann gab’s Cocablätter zum Kauen und für mich ein  Glas Saft.

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