Montag, 26. August 2013

Trauergemeinde

Um 11. 00 Uhr wollten die Trauergemeinde mit dem Sarg zum Gottesdienst in die Kirche kommen. Ich wartete mit dem Häuptling und einigen weiteren Bürgern vor der Kirche. Die Zeit verging. Als es schließlich 13.00 Uhr war, schaute der Häuptling bei der Trauergemeinde vorbei. „Sie werden gleich kommen, der Sarg wird schon auf den PKW verladen“, so Don Alejandro. Endlich mit zwei Stunden Verspätung traf die Trauergemeinde ein. Der Sarg wurde vor dem Altar aufgebahrt und ringsherum mit Blumen geschmückt. Als Blumenvasen dienten alte Plastikflaschen von Limonade, die einfach oben am Hals abgeschnitten waren. Erfinderisch muss man sein. Störend auch in unserem Andendorf das mehrmalige Klingeln von Handys während des Gottesdienstes. Eine Unsitte, die sich leider hier eingeschlichen hat und die nicht so leicht abzustellen ist. Am Ende des Gottesdienstes segnete ich nochmals den Sarg mit dem Verstorbenen. Doch plötzlich knieten sich Angehörige schnell neben dem Sarg. Sie waren gerade dabei, den Sargdeckel zu öffnen, was ich aber noch im letzten Moment verhindern konnte, denn der Tote war schon vor drei Tagen gestorben und die Ausdünstungen waren während des ganzen Gottesdienstes zu verspüren vermischt mit den Alkoholfahnen einiger Angehöriger. Ich war erleichtert, als der Sarg endlich auf den Jeep verladen wurde und die Gemeinde Richtung Friedhof ging. Normalerweise werden bei uns die Toten binnen 24 Stunden beerdigt, da es ja keine Kühlhallen wie in Dtl. gibt. In diesem speziellen Fall wartete man noch auf eine Tochter des Verstorbenen, die von weit her gekommen und erst spät eingetroffen ist

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