Mittwoch, 16. Oktober 2013

Defekter Rückwärtsgang

Ich musste schon um 6.00 Uhr aufstehen. Eine Versorgungsfahrt nach Uyuni stand an. Das Thermometer zeigte minus fünf Grad an. Nach Frühstück und Laudes machte ich mich auf den Weg. Doch gleich die erste Überraschung. Der Rückwärtsgang des Jeeps ließ sich nicht in der Garage einlegen. Ich ließ die Kupplung schleifen und brachte so wenigstens den Jeep bis zur Rampe, von wo er auf den Weg runterrollen konnte. Es kostete mich sicher gut und gerne 20 Minuten, bis ich so einigermaßen den Gang einlegen konnte, aber auf der ganzen Fahrt bis Uyuni klemmten die Gänge. So blieb nach den diversen Einkäufen von Lebensmitteln, hier im Dorf gibt es ja nur kleine Lädelchen, die wenig anzubieten haben und zudem noch meist verfallene Lebensmittel verkaufen, nichts anderes übrig, als mal wieder bei meinem Mechaniker Don Cleto vorbeizuschauen. Er meinte zunächst, dass das Oel nicht mehr frisch und somit dickgflüssig geworden sei. Doch wenig später lag Don Cleto schon unter dem Jeep. Dann schaute er sich das Kupplungspedal an und schon war er am Hantieren. Es dauerte vielleicht nur eine Viertelstunde und dann  sagte Don Cleto: „ Setzt Dich mal in den Jeep und schalte!“ Und in der Tat, die Kupplung ließ sich wieder leicht einlegen. Gewusst wie, könnte man sagen. „Was bin ich Dir schuldig? meinte ich. Diez Pesitos, so Don Cleto. Für etwa einen Euro war der Jeep also repariert worden. Ich war sehr froh darüber, denn ich hatte schon mit einer größeren Reparatur gerechnet.

Mit meinem Katecheten Don Policarpio gingen wir im Anschluss in unser Stammrestaurant, wo wir wiederum für einen Euro pro Person die Mahlzeit bekamen. Das ist eine sehr gute Einrichtung in Bolivien. Für etwa einen Euro oder ein klein wenig mehr bekommt man das „almuerzo familiar“, das Familienessen, dass sich doch die meisten leisten können.

Es stehen noch ein paar Einkäufe auf dem Markt an. Ich freue mich besonders auf das frische Brot, das vor der Markthalle angeboten wird und nehme mir gleich 10 Brötchen mit, die mir etwa drei Tage reichen und auch am dritten Tag noch genießbar sind.

Um 14.00 Uhr treten wir die dreistündige Heimfahrt an. Zuvor wird der Tank noch einmal an der Tankstelle gefüllt. Da unser Benzin subventioniert wird und mit 0.40 Euros pro Liter so billig wie in keinem der Nachbarländer ist, versuchen natürlich viele, den Kraftstoff in die Nachbarländer zu schmuggeln, um sich ein paar Pesos dazu zu verdienen. Das soll nun unterbunden werden, da pro Tag nur eine Tankfüllung abgegeben wird. Über eine Kamera und einen an der Windschutzscheibe angebrachten Chip werden alle Tankdaten des Autos erfasst. Für uns, die wir drei Stunden von der Tankstelle entfernt wohnen, natürlich viel zu wenig. Einige sind immer noch findig and füllen das Benzin aus dem Tank des Wagens in Plastikbehälter ab und fahren am nächsten Tag nochmals zum Tanken vor. Das geht, aber im Jeep zwei Plastikbehälter mit jeweils 50 bis 60 Liter Benzin zu haben, ist ja nicht gerade ungefährlich. Die Wärme im Wagen bläht die Plastikbehälter auf. Zudem lassen sie sich nicht ganz dicht verschließen, sodass immer etwas Benzin im Jeep ausläuft. Man stelle sich nur vor, ein paar Tropfen kommen irgendwie auf den heißen Auspuff. Gute Nacht!!

P. Claus Braun 

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