Sonntag, 26. November 2006

Christkönigsfest

Heute feiern mit dem Christkönigsfest den letzten Sonntag des Kirchenjahres. Im Gebet der Laudes heißt es:

" Allmächtiger, ewiger Gott, du hast deinem geliebten Sohn alle Gewalt gegeben

  im Himmel und auf Erden und ihn zum Haupt der neuen Schöpfung gemacht.

  Befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen, damit sie allein dir dienen

  und dich in Ewigkeit rühmen."

In den Lesungen des heutigen Sonntags kommt gerade dies zum Ausdruck, was wir gebetet haben. Christus ist der König dieser Welt und er hat uns alle in sein Reich inkorporiert. Wir haben diese besondere Stellung und Würde durch unsere Taufe erlangt und durch das Blut, das ER zur Vergebung unserer Sünden vergossen hat. So haben wir alle Möglichkeiten offen, IHM mit ganzem Herzen zu dienen. Sein Reich baut sich nicht auf die Gesetzmäßigkeiten unserer Welt und Politik auf. Hass, Gewalt, Kriege, Machtansprüche und Geldgier sind SEINEM Reich fremd, für das wir da sein wollen. Die Grundfeste seines Reiches ist in den 10 Geboten und den Seligpreisungen der Bergpredigt verankert.

Diese Gedanken habe ich heute Morgen meinen Gläubigen auf dem üblichen Sonntagsblatt entworfen. Leider war der Kirchenbesuch sehr, sehr dürftig, da viele Bürger zum Fußballspektakel ins Nachbardorf Río San Pablo gefahren sind.

Dafür aber etwas ganz Erfreuliches: Die gestern hier eingetroffene japanische Firma, die weitere Bohrungen für den Bergbau vornehmen wird und die ich schon aus meiner Zeit als Pfarrer in Tomave her kannte, tauchte kurz vor dem Gottesdienst auf. Der Chef der Firma sah, wie ich gerade den Eingang zur Kirche fegte, was ich meist vor der Messe mache, da es im Hochland sehr staubt. "Ach, Padre, überlassen sie das doch mir", meinte er und wenig später kamen etwa 10 Angestellte seiner Firma mit Besen, Frauen mit Wassereimern, die alten Teppiche wurden ausgeklopft, der Altarraum wurde mal wieder nass aufgeputzt. Ich meinte dann zu ihm, dass ich heute über das zu Ende gehende Kirchenjahr predigen wolle und das sei ein sichtbares Zeichen auch in der Kirche, dass das Alte in neuem Glanz erscheint. Im Anschluss an den Gottesdienst lud mich der Chef zum Mittagessen in seiner Firma ein. Drei Köchinnen brachte er gleich aus La Paz mit. "Etwa zwei Monate sind wir hier beschäftigt", meinte er und "ich sei immer als Gast bei ihnen zum Essen eingeladen." Ihr versteht, dass mir diese Einladung sehr willkommen kam, krankt es doch hier immer an einem einigermaßen normalen Mittagessen. Heute gab es Forelle mit Kartoffeln, zuvor eine gute Suppe und als Nachtisch eine Orange.

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