Mittwoch, 30. Januar 2013

Der Regen und die Lehmsteine

Im Nachbardorf Rio San Pablo sind wir dabei, eine Schule mit vier Klassenräumen zu bauen, die auf Grund ihrer Bauweise mit Plastikschächten in der Decke und einem breiten Gang, der auch mit starrem Plastik gedeckt sein wird, vor den Räumen, etwas die Kälte zu mildern. An die 10.000 Lehmsteine werden wohl verbaut werden. Unsere Leute haben schon einen Grossteil der 25 auf 40 cm großen und gut gerne sieben Kilo schweren Steine gepresst. Für die nun fehlenden Steine beginnt ein Lotteriespiel. Nach unserem gestrigen Sonntagsgottesdienst haben wir in einer langen Versammlung unser Vorgehen besprochen. Den Bau nun bis nach der Regenzeit ruhen zu lassen, erschien uns nicht für angebracht. Also gehen wir das Risiko ein und bringen heute noch an die 1000 Lehmsteine in ihre Holzform, von der sie dann nach etwa zwei Tagen zum Trocknen entnommen werden können. Aber genau hier ist das große Risiko. Die Steine sollen, damit sie haltbar sind, etwa 10 Tage in der Sonne trocknen können. Wir sind in der Regenzeit, haben wohl schon einige Tage Sonne, aber ob in den nächsten Tagen nicht doch wieder Schauer kommen werden? Wir wissen es nicht. Unsere Leute wollen die Steine mit Plastikfolien abdecken, aber auch das ist nicht ohne Risiken verbunden, denn von unten können die Steine bei starkem Regen unterschwemmt werden.
Unser Zeitplan war natürlich vor Beginn der Bauarbeiten genau abgesprochen. Es wäre ohne Schwierigkeiten möglich gewesen, die 10.000 Lehmsteine im Oktober und November herzustellen, aber einige Buerger zögerten ihre Arbeit hinaus. Mein Katechet meinte immer, es klappt schon, wir kriegen die Steine noch hin, aber jetzt haben wir das Resultat. Zumindest konnte ich mit meinem Planungs- know how noch etwas in die Wege leiten. Hoffen wir, dass Petrus ein Einsehen hat und mit dem Regen noch etwas wartet.

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