Mittwoch, 11. September 2013

Unsere Lehrer sind bis Sonntag nach Tupiza gefahren

um ihren monatlichen Lohn abzuholen. So ist es in unserem Andendorf sehr ruhig. Ich mache mich endlich an die Arbeit, um meine Antennen für den Amateurfunk neu aufzuhängen. Nach neun Jahren waren die Holzmasten brüchig geworden. Doch zuvor noch eine Überraschung. Als ich zufällig beim Gang durch die Garage einen Blick auf meinen Jeep werfe, sehe ich, dass das linke Hinterrad Luft verloren hat. Den Reifen von der Felge zu nehmen ist eine sehr aufwändige und schwierige Sache. Mein Katechet Oscar, der zum Antennenaufbau gekommen ist, meint, dass er im Dorf jemanden kenne, der mal Luft nachpumpen könne. Ich gebe Oscar den Autoschlüssel und nach 20 Minuten parkt er den Jeep mit vollgepumptem Reifen schon wieder in der Garage. Nun wollen wir hoffen, dass die Luft hält und nicht doch ein Loch im Reifen ist, denn sonst könnte es mit der Fahrt zum Fest in Oke Orco de Quillacas schwierig werden

Nun machen wir uns an die Antennenarbeiten. Seit einigen Tagen hatte ich schon die Holzpfosten abgeschlagen. Oscar nagelt die großen Holzpfosten zusammen. Einer hat die gewaltige Höhe von 10 Metern und wir fragen uns, wie wir ihn denn stellen können. Das Loch ist schon ausgegraben. Gut, dass unterhalb der Missionsstation die Arbeiter der Straßenbaufirma auf der Strasse stehen. Ich bitte sie, mir doch zu helfen. Zu Zehnt bringen wir dann den schweren Holzpfosten zum Stehen. Nun müssen die Dipole noch auf 1:1 abgestimmt werden, wozu ich mehrere Male aufs Dach steigen muss, um die Dipolenden etwas zu verkürzen. Am späten Nachmittag taucht Katechet Oscar wieder auf. Er hat estuco ( Stuck ) mitgebracht, um die Löcher an den Wänden wieder zu schließen, durch die ich die Koaxkabel in den Shack geführt habe. Noch am selben Abend nach der Abendmesse fahre ich einige CW QSO’s auf 30 Meter und wie immer kommt es gleich zu einem pile up, wenn CP4BT im cluster gemeldet wird. Halten diese Antennenpfosten und die Koaxkabel auch wieder neun Jahre, dürfte ich zufrieden sein.

P. Claus Braun 

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