Mittwoch, 20. November 2013

Die heutige Katechese

In unserer heutigen Katechese mit der Schule widmete ich mich dem Buch der Makkabaer. Eleazar, der dem jahwistischen Glauben so treue ältere Herr, zog es vor, geköpft zu werden als das dem Juden verbotene Schweinefleisch zu essen. Seine Freunde schlugen ihm vor, ein anderes Fleisch zuzubereiten und dies vor dem Koenig zu essen, aber Eleazar sagte, dass er wohl den Koenig betrügen könne, nicht aber Jahwe. Und was für ein Beispiel würde er der Jugend geben, wenn er so seinen Kopf aus der Schlinge ziehen würde.
Der Bischof von Rom, wie sich der derzeitige so populäre Papst gerne nennt, sagte ja auch, dass der unerschütterliche Glaube der Juden in all den Verfolgungen und Leiden für uns stets ein Vorbild ist. Ich aktualisierte noch etwas den Glauben von Eleazar. Heute werden wir hier im Hochland nicht vor solche schweren Entscheidungen gestellt. Es geht nur darum, mal auf eine Novela im Fernsehen zu verzichten, die just zu dem Zeitpunkt läuft, wo die Glocken zum Gottesdienst rufen.

Die Stunde wurde noch abgerundet mit dem Zeichnen. Die Jugend malte Bilder, wie Zaqueus auf dem Baum sitzt und Jesus seinen Blick auf ihn richtet. Im Anschluss ging es mit dem Gottesdienst weiter, und dann gab’s wie immer Mittagessen mit der Jugend im großen Saal.

Wenig später tauchte der Techniker von der staatlichen Stromgesellschaft SEPSA auf und wollte endlich die ausstehenden acht Monate Licht für die Kapelle abkassieren. Mein  Katechet zählte unzählige Münzen auf dem Dorfplatz, die er Don Julian in die Hand drückte. Etwa acht Euros waren durch Kollekten eingegangen. Ich war froh darüber, dass man zumindest das zusammengebettelt hatte und übergab dem Techniker noch 5 Euros aus meiner Tasche, um die Stromrechnungen endlich abschließen zu können.

Danach ging’s zu meinem Katecheten Ovidio in die Hütte, wo wir noch einen guten Kuchen probieren konnten, den er anl. des 13. Geburtstages seines Sohnes Josue backen ließ. Josue selbst läuft mit gelben Haaren durchs Dorf. Nach einem Brauch in unserer Gegend durften heute Morgen die Schülerinnen und Schüler 13 Eier auf seinem Kopf zerschlagen. Die gelbe Masse floss über den ganzen Kopf wie auch Hemdkragen und Pullover. Erst zum Ausklang des Tages darf er den Kopf waschen und das bei unserem unerwarteten Wintereinbruch, der auch heute wieder den Hausfluss gefrieren ließ. Gegen 22.30 Uhr musste ich nochmals aus meinem Schlafzimmer, um mir eine vierte Decke zu holen. So kalt ist es wieder geworden.

Hier können Sie die Bilder November in größerer Auflösung ansehen<<<<<

P. Claus Braun
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