Donnerstag, 26. Dezember 2013

2. Weihnachtsfeiertag

Heute Stephanustag, der in Südamerika allerdings kein Feiertag mehr ist, klopfen sie schon wieder an einer Hauswand herum und weiter unten im Dorf werden Steine abgeladen für einen Neubau.

Aber Weihnachten war in der Tat ein beeindruckendes Fest im Andendorf gewesen. Schon am Morgen haben wir die Kinder zum Frühstück bei Pannetone, einer Art Rührkuchen und Kakao eingeladen. Über 60 Kinder versammelten sich und als ich durch die Strassen ging, sah ich noch Kinder mit freudestrahlendem Gesicht und einem Stück Kuchen  in der Hand. Viele kamen aus den Gehöften und konnten sich zum ersten Mal in ihrem Leben Kuchen schmecken lassen.
Gegen 11.00 Uhr versammelten sich alle in der übervollen Kirche. Die Katecheten hatten eine schöne Krippe aufgebaut mit hunderten von bunten Lichtlein, die in allen Farben leuchteten. Unser Lehrer und Katechet des Dorfes machte sich an seinem PC zu schaffen und ließ dann die bekannten Weihnachtslieder, villancicos, ertönen. Da nur wenige den Text kannten, zauberte er in Windeseile ein großes weißes Blatt hervor und schrieb den Text in großen Lettern aufs Blatt, das dann vor der Krippe angebracht wurde. Etliche Male wurde so das Lied gesungen, bis man schließlich viele Stimmen hören konnte. Danach widmete sich die Lehrerin des Dorfes den Tänzen mit den Kleinen vor der Krippe. Erst spät am Nachmittag begann die Weihnachtsmesse.

Gegen 15.00 Uhr lud der Dorflehrer zum Braten ein und dann hatten wir noch eine Versammlung, um die Arbeiten bei unserem Schulbau zu koordinieren. Zudem konnte ich wieder Dank der Spender einen weitern Geldbetrag überreichen, mit dem wir die Löhne bezahlen können. Ich habe auch die Tagessätze für unsere vier Maurer angehoben, denn ich bin der Überzeugung, dass alle doch einen gerechten Lohn erhalten sollen. Sie haben sich darüber natürlich sehr gefreut.

Immer schwieriger wird es, an Benzin ranzukommen. Irgendwie konnte man mit einiger List an den Tankstellen noch etwas Zusatzbenzin in einem Kanister bekommen. Nun aber wurde ein Bürger auf der Fahrt von Uyuni nach San Cristobal von einer Polizeikontrolle überrascht. Es gab eine längere Diskussion. Er müsse doch wissen, dass es untersagt sei, Benzin in einem Zusatzkanister mitzuführen, meinten die Polizisten von der Drogenbehörde. Man wollte ihn zur delegacia (Polizeistation) mitnehmen, aber schließlich einigte man sich auf eine Strafzahlung. Es sei das letzte Mal, dass er so glimpflich davonkomme, meinten sie. Da Nummernschild, Namen etc. aufgenommen wurden, wird sich der Buerger wohl davor hüten, nochmals Benzin in Kanistern mitzunehmen. Für uns, die wir 190 Kilometer von der nächsten Tankstelle entfernt leben, ist natürlich eine nur zugelassene Tankfüllung einfach zu wenig. Aber wir leben ja in Südamerika und ich bin guter Zuversicht, dass es doch wieder ein Hintertürchen geben wird, mit dem dieses Problem gelöst werden kann.

Hier können Sie die Bilder Dezember in größerer Auflösung ansehen<<<<<<

P. Claus Braun 
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