Mittwoch, 23. November 2016

Weihnachtsrundbrief 2016

P. Claus Braun
Casilla 11
Uyuni, Bolivien

Zum Weihnachtsfest 2016
Grüß Gott! 

Pfarrkirche von San Pablo de Lipez Bolivien
Pfarrkirche von San Pablo de Lipez Bolivien

Wie immer lädt uns das Weihnachtsfest und das sich seinem Ende neigende Jahr ein, Rückschau zu halten. Wie Ihr auf dem Bild erkennen könnt, ist es uns endlich gelungen, die große Kirche am Missionssitz San Pablo de Lípez zu renovieren und dazu noch den von den Gläubigen so gewünschten zweiten Turm auf der linken Seite zu erstellen. Die Arbeiten waren nicht einfach gewesen. Zuerst musste ein Gerüst erstellt werden. Zum Glück hatte der Baumeister ausreichend Metalleitern, die miteinander verstrebt wurden. Darauf wurden dann einfach die Holzbretter gelegt, auf die ohne weitere Absicherungen die Maurer stiegen. Der alte Verputz wurde an den gut und gerne 100 Jahre alten Lehmsteinen zunächst einmal abgetragen. Dann befestigte man Maschendraht an allen Außen Mauern der Kirche und dem alten Turm, sodass der neue Verputz Halt finden konnte. In 11 Meter Höhe bekam dann die Kuppel den weißen Anstrich und das Kirchenschiff eine herrliche in die gelblich gehende Farbe. Aber so reibungslos wie man meinen könnte, verliefen die Arbeiten nun nicht. Mal fehlten die Maurer, weil sie gefeiert haben und der Alkohol sie matt setzte. Dann ist der Baumeister mal wieder für eine Woche verschwunden, aber dank meiner steten Präsenz und Kontrolle konnten wir zur Freude aller am Patrozinium Peter und Paul die neue Kirche zur Freude aller einweihen. Etwa 50.000 Euros kosteten die Arbeiten mitsamt der neuen Mauer um das Kirchen Gelände, das ohne die Hilfe aus Deutschland nicht möglich gewesen wäre, denn die Gemeinde konnte allenfalls etwa ein halbes Prozent zu den Kosten beisteuern. 

Aber in diesem Jahr ging es natürlich nicht nur um die Bauarbeiten. Viel wichtiger waren die etwa 150 Besuche in meinen weit entlegenen Andendörfern. Ich freute mich immer, wenn es raus zur eigentlichen Mission ging. Wir feierten den Gottesdienst und die Schülerinnen und Schüler durften die Botschaft des Evangeliums zeichnen. Im Anschluss wurde das Evangelium in einigen wenigen Sätzen zusammengefasst ins Schulheft geschrieben. Die Erwachsenen bekamen Fragen zu den Lesungen, die meist meine Katecheten vorgetragen haben. Zudem standen Taufkurse und die Vorbereitung zur Hochzeit an. Das hört sich vielleicht etwas anspruchsvoll an, aber mitunter dauerte der Kurs auch nur 10 Minuten, denn ich war oft über zwei Stunden auf holperigen Straßen mit dem Jeep unterwegs, in der Kirche war es recht kalt und staubig, was nicht gerade zu langen Ausführungen eingeladen hatte. Oft hatte der Katechet neben dem Einladen der Gläubigen zur Messe und dem Aufschließen der Kirche nichts weiter gemacht. Aber auch das ist schon lobenswert und ich meine mal, dass der HERR von uns keine Wunder verlangt. Immerhin leben wir ja auf 4.200 Metern Höhe und da ist manches schwieriger als in der klimatisch gemäßigten und sauerstoffreichen oberrheinischen Tiefebene!! 

Was unseren Leuten derzeit aber Sorge bereitet ist das fehlende Trinkwasser. In der eigentlichen Regenzeit von Januar bis März hatten wir nur ganz wenige Niederschläge. Die Lagunen sind ausgetrocknet und viele Trinkwasserquellen versiegt. Nur hin und wieder kommt für eine Stunde etwas Wasser aus den Trinkwasserleitungen. 

Unsere beiden im Pfarrgebiet liegenden Bürgermeisterämter klagen über fehlende Finanz Möglichkeiten für weitere Projekte. Seit einem Jahr wurden beispielsweise die Holzmasten für die Hochspannungsleitungen gesetzt, aber es sind keine Gelder da, um die Leitungen einkaufen zu können. Auf der anderen Seite beschäftigen diese Bürgermeisterämter aber enorm viele Angestellte, die keine Arbeit haben. Der Staat hat kontinuierlich immer mehr Ärzte und Pfleger in unser kleines Hochlandkrankenhaus beordert, die meist im Hof herumstehen, weil eben bei 30 Familien nicht so viele Behandlungen anfallen. Dann wurden in vielen Dörfern neue Schulen gebaut, obwohl nur ganz wenige Schüler vor Ort waren. Neue Lehrer wurden angestellt. Das alles kostet natürlich seinen Preis, und diese Gelder fehlen für andere wichtige Projekte. Für eine Nachfolgeregierung wird es einmal sehr schwierig sein, die vielen staatlichen Angestellten zurückzufahren. Schon in diesem Jahr kann der vom Präsidenten seit zwei Jahren eingeführte 14. Monatsgehalt! nicht mehr bezahlt werden. Proteste sind die Folge. Aber wir leben in Südamerika und die Latinos verstehen es immer wieder, noch so aussichtlos erscheinenden Situationen eine positive Wende zu geben. Ich wünsch Euch allen eine frohe und gesegnete Weihnacht. Möge dieses Licht, das vom Kind in der Krippe ausstrahlt, uns immer wieder zu guten Taten inspirieren. Ganz herzlichen Dank für alle Hilfen, die uns auch wieder in diesem Jahr erreicht haben. Und schließt unsere Arbeit hier in den Höhen der Anden bitte in Euer Gebet ein. 

In Verbundenheit grüßt Euch
P. Claus Braun

  
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Für Missionsspenden:
Neu seit 01. November 2016
Missionsgesellschaft vom Hl. Geist, Missionsprokur Knechtsteden, Pax-Bank Köln Iban: DE29 3706 0193 0021 7330 32 BIC: GENODED1PAX mit dem Vermerk: Für P. Claus Braun in Bolivien. Der Vermerk darf unter keinen Umständen fehlen.Sollte es mit der Spendenbescheinigung ‘mal nicht klappen, schickt Frau Bachfeld von der Missionsprokur, Tel.: 02133-869144 oder Email: bachfeld@spiritaner.de auf Anfrage dann die gewünschte Bescheinigung

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