Samstag, 15. März 2014

Besuch in den Bergdörfern Cerrillos und Polulos

Heute standen Besuche in den Bergdörfern Cerrillos und Polulos an. Von San Pablo, meinem Missionssitz, waren es über die Hauptverbindungsstraße 60 Kilometer, für die wir aber über zwei Stunden mit dem Jeep benötigten, da sie sich schlangenförmig an den Bergen herumwindet. Ferner war die Abzweigung nach Cerrillos in einem recht schlechten Zustand. Viele Furchen mitten im Weg, so dass man dem Jeep fast Slalom fahren  und stets aufpassen musste, dass nicht einer der Räder  in die Furche hineinfuhr.
Aber wir wurden im Bergdorf herzlich empfangen, was uns die Strapazen der Fahrt vergessen ließ. Wir besuchten die Grundschüler, die gerade mit einer Hymne die Nationalflagge einholten. Montags wird sie ja feierlich in der „ hora civica“ wieder gehisst. Der Katechet hatte die Kirche gefegt. Nach einer Katechese mit den Kindern und Taufkurs, den der Katechet abhielt und dem Beichthören begannen wir mit dem Gottesdienst vor etwa 50 Gläubigen.

Nach der Messe gab’s ein super Mittagessen in der Touristenpension. Linsen mit Reis, frischen Tomaten, Gurken und Zwiebeln. Dazu noch ein herrlicher Fruchtsaft. Der Sanitäter rief mich danach noch in sein Hospital. Das Radio funktionierte nicht und er bat mich, einige Einstellungen vorzunehmen.

Dann ging es nach Polulos weiter. Der Ortsvorsteher war mit dem Malen eines Schulzimmers beschäftigt. Andere Bürger rissen noch die übrig gebliebenen Dekorationen vom Karneval her wie Girlanden von der Decke. Wir schauten uns den neuen überdachten Zementfußballplatz an und dann besuchten wir die Kapelle. Die Türe ging nicht auf. Hatte sich über die Regenzeit verzogen. Das zeigte natürlich, dass sie die Kapelle wohl in diesem Jahr noch nicht geöffnet hatten!! Der Katechet ist schon recht alt und sagte mir schon beim letzten Katecheten Kurs, dass er diese Strapazen des langen Anmarsches nicht mehr auf sich nehmen könne. Seit Jahren versuche ich schon einen Mann zu gewinnen, doch diese Jugendlichen waren alle Fehlanzeige. So bleibt wohl der Kapellen Schlüssel  auch weiterhin  in der Hand des Ortsvorstehers. Der Gymnasialdirektor ist aber recht aktiv und ich kenne ihn schon seit vielen Jahren. Er will nun zusammen mit dem Religionslehrer etwas das religiöse Leben im Dorf beleben.  Als sie schließlich die Kapellentüre öffnen konnten, mussten wir förmlich über Staub steigen. Die Bänke natürlich auch nicht staubfrei. Aber auch so konnten wir Gebete sprechen. Zum Schluss planten wir einen offiziellen Gottesdienst für Anfang April.

Die Rückfahrt nach San Pablo ging über die neu angelegte Straße mitten durch die Berglandschaft. In der Ferne sahen wir schneebedeckte Gipfel. Viele Bicunas tummelten sich auf den Berghängen. Sämtliche Flüsse, die vor ein paar Wochen noch eine Durchfahrt sehr schwierig oder gar unmöglich gemacht hätten, waren bereits abgetrocknet. Gegen 18.30 Uhr war ich wieder auf meiner Missionsstation und mein Begleiter, Katechet Ovidio Choque und ich waren uns einer Meinung, dass es ein wahrhaft ausgezeichneter missionarischer Tag war. Nun reicht das Benzin noch für drei weitere Besuche. Dann muss ich wieder nach Uyuni fahren und in Kanistern einkaufen. Früher lieferten mir die LKW’s gleich zwei Fässer ins Dorf. Das ist auf Grund der Restriktionen beim subventionierten Benzinverkauf in diesen Mengen nun leider nicht mehr möglich. Das Benzin kostet derzeit pro Liter 0,40 Euros. Lediglich in Ecuador ist es mit 0,22 Euros noch billiger als in Bolivien.
Bicunas
Bicunas

P. Claus Braun
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