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Dienstag, 6. Oktober 2026

Zahnpflege-Aufklärung in San Antonio de Esmoruco

Wie die Unidad Odontológica Móvil Kindern und Erwachsenen im bolivianischen Hochland gesunde Zähne näherbringt.

Der mobile Zahnarztbus in Bolivien

Wie die Unidad Odontológica Móvil Kindern und Erwachsenen im bolivianischen Hochland gesunde Zähne näherbringt. 

In San Antonio de Esmoruco im Departamento Potosí (Bolivien) machte die Unidad Odontológica Móvil – ein vollständig als Zahnarztpraxis ausgestatteter Mercedes-Bus – Station auf dem Dorfplatz.

Kurz zusammengefasst

In San Antonio de Esmoruco im Departamento Potosí (Bolivien) machte die Unidad Odontológica Móvil – ein vollständig als Zahnarztpraxis ausgestatteter Mercedes-Bus – Station auf dem Dorfplatz. Zahnarzt Dr. Ramiro Miranda Campero erklärte Grundschulkindern und Erwachsenen, wie richtige Zahnpflege funktioniert, gab Tipps zur gesunden Ernährung und verteilte Zahnbürsten, Zahncreme, Zahnseide und Obst. Zahnärztliche Behandlungen im Bus und im örtlichen Krankenhaus sind dank einer allgemeinen Krankenversicherung kostenlos.

In San Antonio de Esmoruco im Departamento Potosí (Bolivien) machte die Unidad Odontológica Móvil – ein vollständig als Zahnarztpraxis ausgestatteter Mercedes-Bus – Station auf dem Dorfplatz.

Ein Zahnarztbus für jede Gemeinde Boliviens

Mitten auf dem Dorfplatz von San Antonio de Esmoruco parkte an diesem Tag ein ungewöhnliches Fahrzeug: ein Mercedes-Bus, der innen komplett als zahnärztlicher Behandlungsraum eingerichtet ist. Die bolivianische Regierung hat jedem der über 330 Landkreise (Municipios) des Landes einen solchen mobilen Zahnarztbus geschenkt. So erreicht zahnmedizinische Versorgung auch abgelegene Dörfer im Hochland der Anden, die weit von den Städten entfernt liegen.

Zur Vorführung kamen Grundschülerinnen und Grundschüler, aber auch viele Erwachsene.

Zahnpflege lernen mit Dr. Ramiro Miranda Campero

Zur Vorführung kamen Grundschülerinnen und Grundschüler, aber auch viele Erwachsene. Gespannt folgten sie den Erklärungen des Zahnarztes Dr. Ramiro Miranda Campero, der mit großer Begeisterung und Hingabe zeigte, worauf es bei der täglichen Zahnpflege ankommt. Besonders beeindruckend war seine Geduld: Wer später dazukam, dem erklärte er alles noch einmal – ohne ein Zeichen von Müdigkeit.

Neben der Zahnpflege ging es auch um gesunde Ernährung. Denn Vorsorge und Aufklärung sind wichtig – für Körper, Geist und die ganze Gemeinschaft.

Neben der Zahnpflege ging es auch um gesunde Ernährung. Denn Vorsorge und Aufklärung sind wichtig – für Körper, Geist und die ganze Gemeinschaft.

Das Würfelspiel: Lernen mit Spaß

Nach der Einführung durfte jede und jeder einen großen Würfel werfen.

Nach der Einführung durfte jede und jeder einen großen Würfel werfen. Zu jeder Würfelseite stellte Dr. Ramiro Miranda Campero eine passende Frage rund um die Zahngesundheit – und half mit Hinweisen weiter, wenn jemand nicht sofort die Antwort wusste. So wurde das Gelernte spielerisch gefestigt.

Zur Belohnung konnte sich jeder ein Geschenk aussuchen:

  • Zahnseide (dafür entschied ich mich)
  • Zahnbürste und Zahncreme
  • für die Kleinsten: Bananen, Orangen oder Cornflakes

Wer ein Geschenk erhielt, trug sich mit Namen und Alter in eine Liste ein und unterschrieb.

Gemeinschaft und Garküche auf dem Dorfplatz

Gemeinschaft und Garküche auf dem Dorfplatz

Kaum hatte die Vorführung begonnen, kamen auch Frauen aus dem Dorf hinzu und bauten eine Garküche auf. So war neben der Gesundheit auch für das leibliche Wohl aller Anwesenden gesorgt – und aus der Zahnpflege-Schulung wurde ein kleines Dorffest.

Kaum hatte die Vorführung begonnen, kamen auch Frauen aus dem Dorf hinzu und bauten eine Garküche auf.

Kostenlose Zahnbehandlung und Operationen in Bolivien

Alle zahnärztlichen Behandlungen im mobilen Zahnarztbus und im örtlichen Krankenhaus sind kostenlos. Möglich macht das eine allgemeine Krankenversicherung, die auch Operationen jeder Art sowie die Kosten für den Klinikaufenthalt abdeckt. Für viele Bolivianerinnen und Bolivianer bedeutet das Zugang zu wichtigen, oft lebensrettenden Eingriffen.

Alle zahnärztlichen Behandlungen im mobilen Zahnarztbus und im örtlichen Krankenhaus sind kostenlos.

Ein solches System würde sich ohne Zweifel auch mancher in Deutschland wünschen – ohne dafür monatlich 500 oder sogar bis zu 1.000 Euro vom Lohn abgeben zu müssen.

Ein strahlendes Lächeln für die Gesundheit – gemeinsam für ein gesundes Leben! 🍎

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist die Unidad Odontológica Móvil?

Die Unidad Odontológica Móvil ist ein mobiler Zahnarztbus: ein Mercedes-Bus, der komplett als zahnärztlicher Behandlungsraum eingerichtet ist.

Die Unidad Odontológica Móvil ist ein mobiler Zahnarztbus: ein Mercedes-Bus, der komplett als zahnärztlicher Behandlungsraum eingerichtet ist. Die bolivianische Regierung hat jedem der über 330 Landkreise Boliviens ein solches Fahrzeug geschenkt.

Wo fand die Zahnpflege-Aufklärung statt?

Auf dem Dorfplatz von San Antonio de Esmoruco im Departamento Potosí, im Hochland Boliviens.

Wer hat die Schulung geleitet?

Der Zahnarzt Dr. Ramiro Miranda Campero. Er erklärte die richtige Zahnpflege, gab Ernährungstipps und stellte im Würfelspiel Fragen zur Zahngesundheit.

Der Zahnarzt Dr. Ramiro Miranda Campero. Er erklärte die richtige Zahnpflege, gab Ernährungstipps und stellte im Würfelspiel Fragen zur Zahngesundheit.

Was haben die Teilnehmenden bekommen?

Zahnseide, Zahnbürsten und Zahncreme; die jüngeren Kinder erhielten Bananen, Orangen oder Cornflakes.

Ist die Zahnbehandlung in Bolivien kostenlos?

Ja. Behandlungen im mobilen Zahnarztbus und im örtlichen Krankenhaus sind dank einer allgemeinen Krankenversicherung kostenlos. Diese übernimmt auch Operationen und Klinikaufenthalte.

Schlagwörter

Zahnpflege, Zahngesundheit, mobiler Zahnarzt, Zahnarztbus, Unidad Odontológica Móvil, San Antonio de Esmoruco, Potosí, Bolivien, Anden, Gesundheitsaufklärung, Prävention, gesunde Ernährung, kostenlose Gesundheitsversorgung, Krankenversicherung Bolivien, Kinder, Dorfleben, Pater Claus Braun

Über den Autor

P. Claus Braun berichtet aus San Antonio de Esmoruco im Süden Boliviens. Weitere Geschichten und Fotos aus den Anden gibt es auf seinem Blog: https://blog.impresiones-de-los-andes.org/

Postanschrift: P. Claus Braun, Casilla 3, Potosí, Bolivien

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P. Claus Braun

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Samstag, 3. Oktober 2026

Gefährliche Arbeiten

Wie uns ein Sturm, eine wackelige Leiter und ein mutiger Baumeister wieder zu Strom verhalfen.

Manchmal sind es nicht die großen Projekte, die einen Tag prägen, sondern die kleinen, unvorhergesehenen Probleme – und die Menschen, die einem helfen, sie zu lösen. Von genauso einem Tag möchte ich heute erzählen.

Die Fehlersuche beim Pfarrhaus und an der Kirche. Der Anschluss vom Energieversorger war in Ordnung
Fehlersuche beim Pfarrhaus und an der Kirche. Der Anschluss vom Energieversorger war in Ordnung

Nach dem Sturm: Immer wieder Stromausfall

Seit dem heftigen Sturm vorgestern ist bei uns nichts mehr, wie es sein sollte. Mehrmals fiel der Strom aus – nicht nur in meinem Haus, sondern auch in der Kirche. Mal flackerte das Licht nur kurz, mal blieb es länger dunkel. Für mich war schnell klar: Irgendwo muss sich durch den Wind ein Kabel gelöst haben oder beschädigt worden sein. Doch die entscheidende Frage war: Wo?

Ihr kennt das der Fehler liegt immer an der ungünstigsten Stelle
Ihr kennt das der Fehler liegt immer an der ungünstigsten Stelle

Auf Fehlersuche

Zusammen mit einem Dorfbewohner machte ich mich auf die Suche nach der Ursache. Wir begannen dort, wo der Strom ins Haus kommt: bei der Zuleitung von der staatlichen Stromversorgung zum Zähler. Eigentlich gingen wir davon aus, dass hier alles in Ordnung sein dürfte. Doch sicher ist sicher – also überprüften wir die Leitung ganz pragmatisch mit einer einfachen Glühbirne. Sie leuchtete, und damit war dieser Teil der Leitung als Fehlerquelle ausgeschlossen.

Blieb also nur noch eine Möglichkeit: Der Fehler musste weiter oben liegen. Und so ging es danach hoch hinauf – auf den Turm.

Da niemand der neuen Leiter aus Brasilien traute benutzen wir sie nur als Hilfsfestpunkt
Da niemand der neuen Leiter aus Brasilien traute benutzen wir sie nur als Hilfsfestpunkt

Eine Leiter mit Bauch

Für diesen Einsatz musste unsere neue Leiter herhalten: ein 8 Meter hohes, zusammenklappbares Modell, hergestellt in Brasilien. Auf dem Papier klang das gut. In der Praxis machte sie mir allerdings alles andere als einen stabilen Eindruck. Ausgerechnet genau in der Mitte hatte sie einen deutlichen Bauch – nicht gerade das, was man sich wünscht, wenn man in mehreren Metern Höhe arbeiten will.

Auf Sicherheit wird in diesen Ländern leider nicht besonders geachtet. Normen, Prüfsiegel und Vorschriften, wie wir sie aus Europa kennen, spielen hier im Alltag kaum eine Rolle. Der deutsche TÜV hätte beim Anblick dieser Leiter vermutlich nur den Kopf geschüttelt – und sie bestimmt nicht freigegeben. Doch wir hatten keine andere, und das Problem musste gelöst werden.

Die rettende Idee von Don Santos

Zum Glück hatte unser Baumeister, Don Santos, eine Idee. Statt die ganze Leiter hinaufzuklettern, wollte er aus dem Fenster am Turm steigen. Von dort aus müsse er sich nur mit einem Fuß oben auf der Leiter abstützen – und könne so die defekte Stelle am Kabel erreichen. Eine Lösung, die Mut, Geschick und ein gutes Gleichgewicht erforderte.

Gesagt, getan: Don Santos kletterte hinaus, fand Halt auf der Leiter und machte sich an die Arbeit. Ich gebe zu, dass ich beim Zuschauen den Atem angehalten habe. Doch tatsächlich – er erreichte die Stelle, entdeckte das brüchige Stück Kabel und wechselte es aus.

Dankbar für helfende Hände

Ohne Don Santos wären wir an diesem Tag ziemlich aufgeschmissen gewesen. Solche Momente zeigen mir immer wieder, wie wichtig die Menschen hier vor Ort sind: ihr Erfindungsreichtum, ihre Erfahrung und ihre Bereitschaft, mit anzupacken – auch wenn die Bedingungen alles andere als ideal sind. Ein herzliches Dankeschön an Don Santos und an den Dorfbewohner, der mir bei der Fehlersuche zur Seite stand!

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P. Claus Braun

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Dienstag, 29. September 2026

DIE PROPHETISCHE STIMME BOLIVIENS

Ein Hirte mit Herz und Klarheit

Vor wenigen Tagen ist der Erzbischof von Sucre, Mons. Ricardo Centellas, im Alter von nur 63 Jahren überraschend verstorben. Sein Tod bewegt viele Menschen in Bolivien – besonders jene, die ihn als Weihbischof und später leitenden Bischof der Diözese Potosí erlebt haben. Für uns im Süden Boliviens war er nicht nur ein Kirchenmann, sondern ein nahbarer Begleiter, ein Bruder im Glauben und eine prophetische Stimme, die sich mutig für die Ärmsten erhob.

Nähe  Volk – Erinnerungen aus Esmoruco

Mons. Ricardo war ein Mann ohne Allüren.

Ich erinnere mich lebhaft an seine Besuche hier in Esmoruco:

Nach einem Firmgottesdienst setzte er sich einfach zu den Leuten, trank Tee, lachte, hörte zu und sprach über Gott und die Welt. Diese Abende hatten eine besondere Wärme – ein Bischof, der nicht über den Menschen stand, sondern mitten unter ihnen lebte. Ein weiteres Bild bleibt unvergessen:

Bei der Einweihung einer Schule im Andendorf Río Mojón waren wir so ins Gespräch vertieft, dass er plötzlich auf die Uhr sah und sagte:

„Du, wir müssen noch nach Tupiza fahren.“

Fünf Stunden Fahrt lagen vor uns – fünf Stunden voller Erzählungen, Lachen, Nachdenken und echter brüderlicher Verbundenheit.

Die prophetische Stimme im öffentlichen Leben

Doch Mons. Ricardo war nicht nur ein guter Zuhörer.

Er war ein Mahner, ein Wegweiser, ein Prophet im besten Sinn des Wortes.

Immer wieder erhob er im Fernsehen seine Stimme, wenn politische Entscheidungen getroffen wurden, die den Ärmsten schadeten.

Er sprach klar, ohne Angst, ohne Rücksicht auf mögliche Kritik.

Seine Worte waren ein Ruf nach Gerechtigkeit, Dialog und Verantwortung – ein Ruf, der weit über kirchliche Grenzen hinaus Gehör fand.

Diese prophetische Stimme ist nun verstummt.

Doch ihr Echo bleibt.

Ein Leben für Gott und die Menschen

Mons. Ricardo war ein Hirte, der die Menschen kannte – nicht aus Berichten, sondern aus Begegnungen.

Er war ein Bischof, der die Realität der Anden, die Härte des Altiplano und die Sorgen der Familien verstand.

Sein Einsatz galt stets denjenigen, die wenig hatten, aber viel Hoffnung brauchten.

Gebet und Hoffnung

Wir beten, dass Mons. Ricardo nun vor seinem Schöpfer stehen darf –
und dass ER ihn reich belohnt für seinen treuen Dienst, seine Klarheit, seine Nähe und seinen Mut. Möge seine Stimme weiterklingen in uns, die wir seinen Weg ein Stück mitgehen durften.

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P. Claus Braun
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Samstag, 29. August 2026

Meine Missionsstation

 

Meine Missionsstation

Aus San Antonio de Esmoruco, hoch oben im südlichen Altiplano, sende ich Euch herzliche Grüße.

Jetzt eine Vorstellung in Bildern und Sprache: 

Ich will Euch auch gleich eine Frage beantworten es wurde nicht mit der Ki erzeugt. Es waren drei Stunden harte Arbeit! Eine Version in spanischer Sprache erhalten Sie auf Anfrage über WhatsApp zugesendet. Sie können auch meinem WhatsApp Kanal beitreten.

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P. Claus Braun

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Montag, 17. August 2026

Eisige Stille auf 4.000 Metern

Die Pfarrkirche von San Pablo de Lipez
Die Pfarrkirche von San Pablo de Lipez

Der Winter im bolivianischen Hochland

Wenn andernorts der Frühling Einzug hält, hüllt der Winter die südamerikanischen Anden von Juni bis August in eine faszinierende, eisige Stille. Die abgelegene Provinz Sur Lipez verwandelt sich in dieser Zeit in ein karges Meisterwerk aus Frost, Licht und Isolation.

Lamas am Wegesrand
Lamas am Wegesrand

Die Lamas haben es schwer Fressen zu finden.
Die Lamas haben es schwer Fressen zu finden.

Ein Land der extremen Kontraste

Wer die Region auf über 4.000 Metern Höhe besucht, erlebt Naturgewalten in ihrer reinsten Form. Das Leben hier ist geprägt von gewaltigen Temperaturschwankungen und einer landschaftlichen Ästhetik, die ihresgleichen sucht.

Auch der Hirte hat es schwer der Herde zu folgen
Auch der Hirte hat es schwer der Herde zu folgen

Eiskalte Nächte, strahlende Tage: 

Wenn die Sonne hinter den Vulkanen versinkt, fällt das Thermometer rasch auf eisige -15 bis -20 °C. Tagsüber übernimmt die intensiver werdende Andensonne das Regiment und erwärmt die Luft auf angenehme +15 °C.

Schwierige Verkehrswege auf über 4000 Meter
Schwierige Verkehrswege auf über 4000 Meter

Gleißende Eislandschaften: 

Neben gelegentlichem Schneefall überzieht vor allem dicker Reif die flachen Salzseen, spärlichen Gräser und farbenprächtigen Lagunen. Die Geysire und heißen Quellen dampfen majestätisch gegen die frostige Wüstenluft an.

Die Kommunen sind nun nur noch schlecht zu erreichen
Die Kommunen sind nun nur noch schlecht zu erreichen

Leben in absoluter Isolation: 

Landwirtschaft ist im ariden Hochland kaum möglich. Während sich die wenigen Einheimischen im Winter in die geschützten Täler zurückziehen, gehört die unendliche Weite fast ausschließlich der Natur.

Die Lamas grüßen vom Wegesrand
Die Lamas grüßen vom Wegesrand

Überlebenskünstler der Anden

Das Vikunja: Perfekt isoliert

Das feinste Fell der Welt: Die Wolle der Vikunjas gilt als die dichteste aller Säugetiere. Die mikroskopisch feinen Haare schließen winzige Luftpolster ein, die eine unüberwindbare Barriere gegen den Frost bilden.

Schutz vor der Sonne: Das Fell schützt die Tiere nicht nur vor der nächtlichen Kälte, sondern dient tagsüber auch als natürlicher Schild gegen die extrem hohe UV-Strahlung im Hochgebirge.

Der Flamingo: Das Wunder der Gefäßarchitektur

Integetrierte Heizung: Über das sogenannte Gegenstromprinzip kühlt das Blut in den dünnen Beinen nicht ab. Ausfließendes warmes Arterienblut gibt seine Wärme direkt an das zurückfließende kalte Venenblut ab. Ein Einfrieren im Eiswasser wird so verhindert.

Thermoregulation auf einem Bein: Indem Flamingos abwechselnd ein Bein im gefiederten Körper verstecken, halbieren sie den Wärmeverlust über die unbedeckten Extremitäten.

Trotz der Kälte: Selbst in eisbedeckten, hochmineralischen Salzseen finden Anden- und Chile-Flamingos dank ihres spezialisierten Stoffwechsels reichlich Nahrung.

Heizung ist in den Wohnungen ein Fremdwort
Heizung ist in den Wohnungen ein Fremdwort

Der Winter in Sur Lipez zeigt eindrucksvoll, wie stark und zugleich anpassungsfähig das Leben unter den extremsten Bedingungen unseres Planeten sein kann.

„Die Menschen hier begegnen den widrigen Bedingungen mit einer bemerkenswerten Gelassenheit. Man spricht über die Härten, aber Klagen hört man selten – das liegt wohl nicht im Blut der stolzen Inka-Nachfahren.“ 

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Sonntag, 26. Juli 2026

Patronatsfest San Santiago in Río Mojón Bolivien

Ein Tag voller Glauben, Tradition und Gemeinschaft an der Grenze zu Argentinien

Ein Tag voller Glauben, Tradition und Gemeinschaft an der Grenze zu Argentinien

Das Patronatsfest zu Ehren des Heiligen Santiago (San Santiago / Tata Santiago) ist jedes Jahr einer der absolut wichtigsten Höhepunkte im Leben unserer Region. In diesem Jahr durfte ich dieses besondere Fest in Río Mojón miterleben – meinem kleinen, beschaulichen Grenzort direkt an der Linie zu Argentinien.

Bunte Traditionen und tiefer Glaube Schon früh am Morgen lag eine spürbare Vorfreude in der Luft. Menschen aus der näheren Umgebung sowie Nachbarn von jenseits der Grenze kamen zusammen, um diesen Tag gemeinsam zu begehen.

Bunte Traditionen und tiefer Glaube

Schon früh am Morgen lag eine spürbare Vorfreude in der Luft. Menschen aus der näheren Umgebung sowie Nachbarn von jenseits der Grenze kamen zusammen, um diesen Tag gemeinsam zu begehen.

Messe und Prozession: 

Den Mittelpunkt der Feierlichkeiten bildete der Festgottesdienst. Anschließend zog die traditionelle Prozession mit dem Bildnis von San Santiago durch die Straßen. Dessen Figur wurde mit farbenfrohen Tüchern, Blumen und Musik begleitet.


Kultur und Begegnung:

Die Verbindung von tief verwurzeltem Glauben, traditioneller Musik und lokalen Tänzen verlieh dem Tag seine einmalige Atmosphäre.

Gemeinschaft ohne Grenzen:

An einem Ort wie Río Mojón zeigt sich bei solchen Anlässen immer wieder eindrucksvoll, wie wenig Grenzlinien bedeuten, wenn es um gemeinsame Wurzeln, Nachbarschaft und Kultur geht. Es wurde zusammen gebetet, gelacht, gegessen und gefeiert.


Ein Ort des Zusammenhalts

Für mich persönlich sind diese Tage in den kleinen Gemeinden immer wieder ein eindrückliches Erlebnis. Sie zeigen die tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihren Traditionen und ihren Schutzpatronen.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die mit ihrer Arbeit, ihren Vorbereitungen und ihrer Gastfreundschaft dieses Patronatsfest in Río Mojón zu einem so stimmungsvollen und unvergesslichen Tag gemacht haben!

P. Claus Braun
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Mittwoch, 6. Mai 2026

Erinnerung an Werner Kautsch

Werner Kautsch war für viele Menschen in La Paz weit mehr als nur ein Geschäftsinhaber. Wer seine Ferretería [Eisenwarenhandlung] betrat, traf nicht einfach auf einen Händler, sondern auf einen Menschen, der stets Zeit für ein Gespräch hatte. Er war interessiert, aufmerksam und wusste über vieles Bescheid – über das Viertel, die Stadt und die Menschen, die darin lebten. 

Werner Kautsch war für viele Menschen in La Paz weit mehr als nur ein Geschäftsinhaber. Wer seine Ferretería [Eisenwarenhandlung] betrat, traf nicht einfach auf einen Händler, sondern auf einen Menschen, der stets Zeit für ein Gespräch hatte. Er war interessiert, aufmerksam und wusste über vieles Bescheid – über das Viertel, die Stadt und die Menschen, die darin lebten.

Man konnte sich auf einen kurzen Plausch einlassen, und oft wurde daraus ein längeres Gespräch. Dabei spürte man schnell: Hier stand jemand, der nicht nur gut vernetzt war, sondern auch echtes Interesse an seinem Gegenüber hatte. Seine offene Art machte ihn zu einer vertrauten Figur im Alltag vieler Menschen. 

Bis ins hohe Alter blieb er seinem Geschäft verbunden und persönlich präsent. Das allein sagt viel über ihn aus. Er war kein distanzierter Unternehmer, sondern jemand, der mitten im Leben stand – erreichbar, ansprechbar und bodenständig. 

Seine Verbundenheit zeigte sich auch in seinem Engagement rund um San Francisco. Dass sein Name auf einer Gedenktafel als Förderer genannt wird, ist Ausdruck der Wertschätzung, die ihm entgegengebracht wurde. Ebenso seine Rolle als Honorarkonsul Österreichs, das Vertrauen, Ansehen und Verantwortung widerspiegelt. 

Doch vielleicht liegt seine eigentliche Bedeutung nicht in Titeln oder Funktionen, sondern in den vielen kleinen Begegnungen: in Gesprächen, im Zuhören, im einfachen Dasein.
Werner Kautsch war einer von denen, die eine Stadt leise prägen – und die man nicht vergisst.

P. Claus Braun
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Freitag, 20. Februar 2026

ASCHE AUS GIRLANDEN

 🌿 Asche aus Girlanden: Wenn der Jubel zur Stille wird
Der Karneval in Bolivien ist eine Explosion der Sinne. Wer ihn einmal erlebt hat – das Donnern der Trommeln in Oruro, das Glitzern der Kostüme der Diablada und das bunte Meer aus tanzenden Menschen –, der weiß, wie sehr dieses Land das Leben feiert. Es ist eine Zeit, in der die Freude keine Grenzen kennt. Doch heute, am Aschermittwoch, ist alles anders. Ein tiefer Atemzug geht durch das Land. Der Lärm verstummt, und eine heilige Stille legt sich über unsere Gemeinde.

sche aus Girlanden: Wenn der Jubel zur Stille wird Der Karneval in Bolivien ist eine Explosion der Sinne. Wer ihn einmal erlebt hat – das Donnern der Trommeln in Oruro, das Glitzern der Kostüme der Diablada und das bunte Meer aus tanzenden Menschen –, der weiß, wie sehr dieses Land das Leben feiert. Es ist eine Zeit, in der die Freude keine Grenzen kennt. Doch heute, am Aschermittwoch, ist alles anders. Ein tiefer Atemzug geht durch das Land. Der Lärm verstummt, und eine heilige Stille legt sich über unsere Gemeinde.

Der bittersüße Abschied vom Fest
In diesen Tagen haben wir ein besonderes Ritual vollzogen, das mich jedes Jahr aufs Neue tief berührt. Wir sind vor die Kirche getreten, nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit den Überresten der vergangenen Tage. Wir haben die Fasnetsgirlanden – jene bunten Papierschlangen und Dekorationen, die eben noch die Freude symbolisierten – gesammelt und gemeinsam verbrannt.

Der bittersüße Abschied vom Fest In diesen Tagen haben wir ein besonderes Ritual vollzogen, das mich jedes Jahr aufs Neue tief berührt. Wir sind vor die Kirche getreten, nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit den Überresten der vergangenen Tage. Wir haben die Fasnetsgirlanden – jene bunten Papierschlangen und Dekorationen, die eben noch die Freude symbolisierten – gesammelt und gemeinsam verbrannt.

Es ist ein fast meditativer Moment, wenn das Feuer die leuchtenden Farben verzehrt. In der aufsteigenden Glut sehen wir, wie vergänglich unsere irdischen Feste sind. Was eben noch den Raum schmückte, wird zu feiner, grauer Asche. Es ist eine Erinnerung für uns alle: Nichts Materielles hat Bestand.


Das Kreuz aus dem Staub der Straße
Später, in der feierlichen Liturgie, habe ich diese Asche gesegnet. Es ist genau dieser Staub, der nun eine neue, heilige Bedeutung bekommt. Die Gläubigen traten vor mich, und ich zeichnete jedem von ihnen ein Kreuz auf die Stirn.

Dabei sprach ich die Worte, die das Fundament unserer Umkehr bilden:

„Bekehre dich und glaube an das Evangelium.“

In diesem Moment wird die Verbindung zwischen dem Gestern und dem Morgen deutlich. Das Kreuz aus Asche erinnert uns daran, dass wir aus Staub sind und zum Staub zurückkehren werden. Aber es ist kein Kreuz der Hoffnungslosigkeit. Es ist ein Ruf zur Freiheit: Wir müssen nicht an den „Girlanden“ des Lebens festhalten, die ohnehin verblassen. Wir dürfen unseren Blick auf das richten, was bleibt – auf das ewige Leben und die Liebe Gottes.

Ein neuer Weg beginnt Der Aschermittwoch ist für uns hier in Bolivien nicht einfach nur das Ende einer Party. Er ist der Grenzstein. Wir lassen den äußeren Glanz hinter uns, um in den nächsten 40 Tagen unseren inneren Reichtum zu suchen.

"Ein kleines Zeichen mit großer Bedeutung. Der unglaubliche Andrang auf die Asche zeigt, wie wichtig unseren Leuten diese Tradition am eigenen Haus ist. Zusammen stark in die Fastenzeit!"

Ein neuer Weg beginnt
Der Aschermittwoch ist für uns hier in Bolivien nicht einfach nur das Ende einer Party. Er ist der Grenzstein. Wir lassen den äußeren Glanz hinter uns, um in den nächsten 40 Tagen unseren inneren Reichtum zu suchen.

Ich lade euch ein, diesen Weg mit mir zu gehen. Vielleicht gibt es auch in eurem Leben „Girlanden“, die zwar bunt aussehen, euch aber vom Wesentlichen ablenken? Die Fastenzeit schenkt uns die Chance, aufzuräumen, uns zu bekehren und neu zu glauben.

Ich wünsche euch eine gesegnete, nachdenkliche und gnadenreiche Fastenzeit. Möge die Stille dieses Tages eure Herzen weit machen für das, was wirklich zählt.

P. Claus Braun
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Dienstag, 3. Februar 2026

TAUFEN IM ANDENDORF

Über Pisten und Wüsten: Wenn der Glaube keine Entfernungen kennt

Wer an Taufen denkt, denkt meist an die kleine Kirche im Nachbarort. Hier im Andendorf gelten andere Maßstäbe. Es erstaunt uns immer wieder, welche Distanzen unsere Besucher zurücklegen, nur um hier bei uns den Segen für ihre Kinder zu empfangen.

Wer an Taufen denkt, denkt meist an die kleine Kirche im Nachbarort. Hier im Andendorf gelten andere Maßstäbe. Es erstaunt uns immer wieder, welche Distanzen unsere Besucher zurücklegen, nur um hier bei uns den Segen für ihre Kinder zu empfangen.

Gäste aus der Ferne Dieses Mal wehte ein Hauch von Wüste durch unsere Kirche. Wir durften ein Mädchen aus Calama in der chilenischen Atacama taufen – dem wohl trockensten Ort der Welt. Auch die zweite Tauffamilie scheute keine Mühen: Für den kleinen Jungen aus Uyuni nahm die Familie eine fünfstündige Jeepfahrt über die rauen Pisten des Altiplano auf sich. ​Es ist berührend zu sehen, dass für diese Familien kein Weg zu weit ist. ​Ein Fest für alle

Gäste aus der Ferne
Dieses Mal wehte ein Hauch von Wüste durch unsere Kirche. Wir durften ein Mädchen aus Calama in der chilenischen Atacama taufen – dem wohl trockensten Ort der Welt. Auch die zweite Tauffamilie scheute keine Mühen: Für den kleinen Jungen aus Uyuni nahm die Familie eine fünfstündige Jeepfahrt über die rauen Pisten des Altiplano auf sich. ​Es ist berührend zu sehen, dass für diese Familien kein Weg zu weit ist. 

Ein Fest für alle Nach dem feierlichen Gottesdienst ging der Tag nahtlos in ein großes Fest der Gemeinschaft über. In einem liebevoll geschmückten Saal wurde aufgetischt. Das Besondere daran: Es gab keine geschlossene Gesellschaft. Jeder, der den Gottesdienst besucht hatte, war eingeladen, mitzuessen und mitzufeiern. So saßen Einheimische und Weitgereiste an einem Tisch – vereint durch den Glauben und die Freude über das neue Leben.

Ein Fest für alle
Nach dem feierlichen Gottesdienst ging der Tag nahtlos in ein großes Fest der Gemeinschaft über. In einem liebevoll geschmückten Saal wurde aufgetischt. Das Besondere daran: Es gab keine geschlossene Gesellschaft. Jeder, der den Gottesdienst besucht hatte, war eingeladen, mitzuessen und mitzufeiern. So saßen Einheimische und Weitgereiste an einem Tisch – vereint durch den Glauben und die Freude über das neue Leben.

P. Claus Braun
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